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OldBo
03.11.2017
Bis ins 14. Jahrhundert wurden die Rauchgase durch Tor- und Fensteröffnungen oder eine an der Decke oder dem Dach angeordnete Öffnung ins Freie abgeführt. Als hoher Komfort wurde in diesem Zusammenhang die Hypokaustenheizung angesehen, denn hier wurden die Rauchgase über Kanäle im Fußboden und in den Wänden über das Dach nach außen geführt.
Entwicklung der Schornsteine
 Entwicklung der Schornsteine
Quelle: KLB Klimaleichtblock GmbH
Klassifizierungen einer Abgasanlage nach der DIN 18160-1
 Klassifizierungen einer Abgasanlage nach der DIN 18160-1
Quelle: Bosy
Bis ins 14. Jahrhundert wurden die Rauchgase durch Tor- und Fensteröffnungen oder eine an der Decke oder dem Dach angeordnete Öffnung ins Freie abgeführt. Als hoher Komfort wurde in diesem Zusammenhang die Hypokaustenheizung angesehen, denn hier wurden die Rauchgase über Kanäle im Fußboden und den Wänden über das Dach nach außen geführt. Die Geschichte der Schornsteintechnik beginnt im 15. Jahrhundert.

Mit der Weiterentwicklung der Wärmeerzeuger haben sich die Anforderungen an den Schornstein erheblich geändert. Früher erzeugten die Kohle- und Holzheizungen große Mengen heißer Abgase, die im Schornstein für einen starken Auftrieb sorgten. Deshalb reichte ein einfacher, gemauerter Schornstein aus Beton oder Ziegeln hoher Rohdichteklasse aus, denn er hielt den Temperatur- und Kondensatbelastungen stand.

Bei Öl- und Gasheizungen sieht es anders aus, denn diese erzeugen geringere Rauchgasmengen und Abgastemperaturen. Dadurch können die Abgase bei ungünstiger Witterung und/oder geringer Wärmedämmung der Schornsteine kondensieren und aggressive Säuren bilden. Deshalb müssen die Abgaszüge säurebeständig und wärmegedämmt werden. Die Wärmedämmung vermindert die Abkühlung der Rauchgase und vergrößert den Auftrieb und senkt damit die Neigung zur Kondensation und Versottung. Die Schonsteine haben von innen nach außen folgenden Aufbau: Innenrohr, Wärmedämmung (evtl. Luftschicht), Mantelstein. Bei der zunehmenden Brennwerttechnik kühlen die Abgase gewollt bis unter den Wasserdampftaupunkt ab. Brennwertkessel brauchen deshalb keine Wärmedämmung des Innenrohres. Durch die gezielte Abkühlung entsteht jedoch verstärkt Kondensat mit aggressiven Säuren. Dieses stellt hohe Anforderungen an das Innenrohr. Daraus folgt als Aufbau von innen nach außen: Innenrohr, Luftschicht, und/oder Dämmung, Mantelstein (Außenschale).

Bei sehr niedrigen Abgastemperaturen moderner Heizungen ist bei einschaligen Schornsteinen nicht mehr gewährleistet, dass die Abgase genügend Auftrieb haben (Betriebsweise "Unterdruck" bei genügend heißen Abgasen).

Klassifizierungen sind der DIN 18160-1 zu entnehmen. Daraus ergibt sich die Kennzeichnung einer Abgasanlage

Alle Rohre und Schächte, die Verbrennungsgase von Feuerstätten aufwärts ins Freie abführen, werden als Schornstein (Abgasanlage - DIN 18160-1) bezeichnet. Für freistehende Schornsteine, die im Industriebau vorkommen, gelten besondere Vorschriften (DIN 1056).

Nach der Einführung der neuen Landesbauordnungen und Feuerungsverordnungen wird der neue Oberbegriff "Abgasanlage" für alle Arten der Abgasführung verwendet. Die bisher üblichen Begriffe "Schornstein" oder "Kamin" treten immer mehr in den Hintergrund, sind aber in vielen Texten noch vorhanden.

Die DIN DIN 18 160-1 12/2001 befasst sich mit der "Planung und Ausführung von Abgasanlagen"
- Abführung von Abgasen von Feuerstätten mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen
- Abführung von Abgasen von Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken, ortsfesten Verbrennungsmotoren
- Verwendung von Bauprodukten für Abgasanlagen

Die Verbrennungsgase unterscheiden sich in Rauchgas (feste Brennstoffe und [flüssige Brennstoffe]) und Abgas (gasförmiger Brennstoff, [flüssige Brennstoffe]).

Schächte und Kanäle, die der Entlüftung dienen, sind keine Schornsteine. Wrasenabzüge haben nur Dämpfe, Lüftungsschächte nur verbrauchte Luft abzuführen.

Schornsteine haben zwei wichtige Aufgaben zu erfüllen:


Schornsteinwirkung

Bei einem Schornstein besteht ein Druckunterschied (Differenzdruck) zwischen dem Gasdruck im Rauchrohr und dem Druck der umgebenden Luft. Dabei herrscht im Schornstein ein Unterdruck, da sich die durch die Verbrennung erwärmte Luft ausdehnt und deren Dichte dadurch geringer wird als die der Außenluft (Verbrennungsluft).
Die erwärmte Luft und die heißen Rauchgase steigen nach oben und um den entstandenen Druckunterschied auszugleichen, strömt die kalte Verbrennungsluft über die Brennstelle nach. Man nennt diesen Vorgang Schornstein- oder Kaminzug. Die Zugwirkung ist um so größer, je größer der Temperatur- und Dichteunterschied zwischen Rauchgas und Außen-/Verbrennungslufttemperatur sind.

Versuch

Bei einer brennende Kerze, die an die geöffnete Reinigungsöffnung eines Schornsteins, der in Betrieb ist, gehalten wird, wird die Flamme zur Öffnung hin abgelenkt. Die abgelenkte Flamme zeigt, dass im Schornstein eine Gasströmung besteht. Eine Gasströmung entsteht durch das Bestreben der Gase, Druckunterschiede auszugleichen.
Abgasanlage
Abgasanlagen über Dach<br />Legende:<br />PZe notwendiger Unterdruck an der Abgaseinführung<br />in den Schornstein<br />PZ Unterdruck an der Abgaseinführung in den<br />Schornstein<br />PZÜe notwendiger Überdruck an der Abgaseinführung in<br />den Schornstein<br />PZÜ Überdruck an der Abgaseinführung in den<br />Schornstein<br />Tiob Innenwandtemperatur an der Schornsteinmündung<br />Tp Wasserdampftaupunkttemperatur
 Abgasanlagen über Dach
Legende:
PZe notwendiger Unterdruck an der Abgaseinführung
in den Schornstein
PZ Unterdruck an der Abgaseinführung in den
Schornstein
PZÜe notwendiger Überdruck an der Abgaseinführung in
den Schornstein
PZÜ Überdruck an der Abgaseinführung in den
Schornstein
Tiob Innenwandtemperatur an der Schornsteinmündung
Tp Wasserdampftaupunkttemperatur
Quelle: KLB Klimaleichtblock GmbH
Nach der Einführung der neuen Landesbauordnungen und Feuerungsverordnungen wird der neue Oberbegriff "Abgasanlage“ für alle Arten der Abgasführung verwendet. Die bisher üblichen Begriffe "Schornstein“ oder " Kamin“ treten immer mehr in den Hintergrund, sind aber in vielen Texten noch vorhanden.

In Abgasanlagen müssen Rauch-/Abgase von Feuerstätten für feste Brennstoffe in Schornsteine eingeleitet werden, die u. a. gegen Rußbrand beständig sein müssen. Bei der Einleitung der Abgase von Feuerstätten für flüssige oder gasförmige Brennstoffe muss die Abgasleitung je nach Betriebsweise der Feuerstätte für Über- oder Unterdruck (Differenzdruck) geeignet sein.
Die Abgasanlage mit Rauchrohrführung leitet die Rauchgase von den verschiedenen Feuerstellen (Heizkesseln) durch den Schornsteinzug (thermischer Auftrieb) über das Dach ins Freie. Der Schornsteinzug (Differenzdruck) wird bei der vorgeschriebenen Messung nach der Bundes-Immissionsschutz-Verordnung durch den Bezirksschornsteinfeger (Bezirkskaminkehrer) in Millibar (mbar) oder Hektopascal (hPa) gemessen.

Einsatzbereiche von Abgasanlagen

Neubau

Für Niedertemperaturkessel und Brennwertgeräte werden  geeignete Schornsteine und Abgasleitungen verwendet.
  •   Für Niedertemperaturkessel sowie Wärmeerzeuger mit niedrigen Abgastemperaturen sind gut wärmegedämmte oder bei Taupunktunterschreitung feuchteunempfindliche Schornsteine oder Abgasleitungen notwendig
  •   Bei Brennwertgeräten kann die Abgastemperatur
    unter 40 °C liegen. Wegen des geringen thermischen
    Auftriebs werden bei Brennwertgeräten Abgasleitungen mit
    Überdruck betrieben
  •   Im Unterdruckbetrieb ist der Anschluss an feuchteun-empfindliche Schornsteine oder Abgasleitungen möglich, wenn der Funktionsnachweis nach DIN 4705 erbracht wurde.

Bestandbauten

Vor einem Kesseltausch muss geprüft werden, ob der  vorhandene Schornstein für den Einsatz des neuen Wärmeerzeugers geeignet ist. Die technischen Merkmale moderner Wärmeerzeuger können die Eignung des vorhandenen Schornsteins einschränken:
  •   Die Leistung eines neuen Wärmeerzeugers wird gegenüber dem vorhandenen Wärmeerzeuger (oft überdimensioniert)
    reduziert. Daraus ergibt sich ein geringerer Abgasmassenstrom
  •   Neue Wärmeerzeuger haben geringe Abgasverluste durch eine niedrige Abgastemperatur und einen geringen Luftüberschuss (hoher CO2-Gehalt)
  •   Die geringere Leistung des Wärmeerzeugers führt bei gleicher Heizlast zu längeren Laufzeiten des Brenners. Dadurch verringern sich die Brennerstillstandszeiten und somit die Zeiten, in denen eventuell angefallene Feuchtigkeit durch nachströmende Luft abtrocknen könnte
Begriffe eines Hausschornsteins
Begriffe eines Hausschornsteins
 Begriffe eines Hausschornsteins
Quelle: KLB Klimaleichtblock GmbH
Schornsteinkopf
Schornsteinmündung/Schornsteinaufsätze
Schornsteinabdeckung
Schornsteinwange
Schornsteinzunge
Schornsteinschacht
Reinigungsöffnung
Schornsteinsockel
Fundament
Reinigungsöffnung
Reinigungsverschluss (Putztür)
 Reinigungsverschluss (Putztür)
Quelle: Kutzner + Weber GmbH
alte Reinigungsklappe (Betonschieber)
 alte Reinigungsklappe (Betonschieber)
Quelle: Bosy
untere und obere Reinigungsöffnung
 untere und obere Reinigungsöffnung
Quelle: Schiedel GmbH & Co. KG

Die Reinigungsöffnung (Reinigungsklappe, Reinigungsverschluss, Putztür) in einer Abgasanlage (Schornstein) gehört zu den bauaufsichtlichen Anforderungen. So muss jede Anlage an ihrer Sohle eine untere Reinigungsöffnung haben, die mindestens 20 cm tiefer als der unterste Feuerstättenanschluss (Rauchrohr, Abgasrohr) angeordnet sein muss. Besonders bei Metallschornsteinen muss ein Kondensatablauf mit Syphon vorgesehen werden.

Eine zweite (obere) Reinigungsöffnung ist dann notwendig, wenn der Schornstein nicht von der Mündung aus gereinigt werden kann. Sie kann im Dachraum oder über dem Dach eingesetzt werden.. Bei schräg geführten Rauchschornsteinen kann der Bezirksschonsteinfegermeister eine weiter Reinigungsöffnung verlangen.

Die Maße der Reinigungsöffnungen sind von der Anordnung (senkrechte oder waagerechte Abgasleitung, einwandige Verbindungsstücke), von der Art der Brennstoffe (gasförmig und flüssig, fest) und der Form (eckig oder rund) abhängig. Die Reinigungsöffnung muss einen Mindestabstand von 40 cm von entzündlichen Bauteilen entfernt sein, wenn kein spezieller Strahlungsschutz vorhanden ist, mit einem Zusatzschutz 20 cm. Unter einer Reinigungsöffnung muss ein besonderer Schutz vorhanden sein. Wenn der Bodenbelag (Holzdielen, Pakett, Teppichboden) brennbar ist, dann muss der Hauseigentümer gewährleisten, dass darunter ein Brandschutz vorhanden ist, der aus nicht brennbaren Stoffen (Fliesen, Stahlblech) in einer Tiefe von bis zu 50 cm sein muss. Für Schornsteine mit größerem Querschnitt, die zur Reinigung oder Prüfung von innen eingesehen und bestiegen werden müssen, schreibt der Gesetzgeber eine Einsteigöffnung (> 60 cm hoch und > 40 cm breit) an der Sohle vor. Bei einem lichten Querschnitt des Schornsteins von 60/60 cm müssen Steigeisen im Inneren angebracht sein.

Reinigungsöffnungen mit Verschlüssen sind entsprechend den "Besonderen Bestimmungen des Deutschen Instituts für Bautechnik" (DIBt), das Prüfzeichen zugeteilt, auszuwählen und einzubauen.

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Kristine schrieb: Läuft schon ganz gut, Ich habe das Gefühl, dass Dein Temperatursensor noch immer leichte Spuren in der Kurve hinterlässt, müsste man mal sehen, wie sich das entwickelt. Was ich komisch finde sind...
bakerman23 schrieb: Das Problem hatte ich auch. Setze es richtig rum ein. Auf der einen Seite ist eine Nase. Dann drücke es ein, bis ein klicken zu spüren ist. Das erfordert etwas Kraft, danach dürfte aber Ruhe sein. Das...
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