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News vom 26.06.2020

Neues Gebäudeenergiegesetz – was bedeutet das für alte Heizungen?

Viele Jahre und mehrere Anläufe hat es gebraucht, bis das Gebäudeenergiegesetz (GEG) endlich vom Bundestag beschlossen wurde (Mehr dazu hier). Eine erste Einschätzung haben unsere Leser schon hier bekommen. Nun steht noch die Zustimmung des Bundesrates aus. Erfolgt diese, tritt das Gesetz zum 1. Oktober 2020 in Kraft.

Vor allem das Klimapaket führt derzeit zum Tausch einer alten gehen eine neue Heizung. Das neue GEG kann dies kaum befördern und gilt vor allem für den Neubau.<br />Bild: ZVSHK<br />
Vor allem das Klimapaket führt derzeit zum Tausch einer alten gehen eine neue Heizung. Das neue GEG kann dies kaum befördern und gilt vor allem für den Neubau.
Bild: ZVSHK

Nötig war die Zusammenfassung verschiedener Gesetze und Verordnungen zur Energieeinsparung im Wärmemarkt, da sie sich teils widersprachen. So wollte das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) den Einsatz von erneuerbaren Energien befördern, die per se jedoch nicht im Sinne der Energieeinsparverordnung (EnEV) effizient sein mussten. Im GEG wurde dies nun angeglichen. Hauptgrundlage der Bewertung bleiben, wie schon in der EnEV, die Primärenergiefaktoren. Hier gab es jedoch einige Veränderungen zugunsten erneuerbarer Energien – etwa Biomethan, das nun verstärkt und als erneuerbare Energie zu Heizzwecken eingesetzt werden kann..

Primärenergiefaktoren nach GEG (Anlage 4 zu § 22 Absatz 1)

Fossile Brennstoffe      
 Heizöl    1,1
 Erdgas    1,1
 Flüssiggas    1,1
 Steinkohle    1,1
 Braunkohle    1,2
 Biogene Brennstoffe    
 Biogas(Biomethan)   0,7 (aus KWK 0,5)
 Bioöl    1,1
 Holz    0,2
 Strom    
 netzbezogen    1,8
 gebäudenah erzeugt (aus Photovoltaik oder Windkraft    0,0
 Verdrängungsstrommix für KWK    2,8
 Wärme, Kälte    
 Erdwärme, Geothermie, Solarthermie, Umgebungswärme    0,0
 Erdkälte, Umgebungskälte    0,0
 Abwärme    0,0
 Wärme aus KWK, gebäudeintegriert oder gebäudenah    Nach DIN V 18599-9
 Siedlungsfälle    0,0

Eingekoppelt werden soll immer mindestens eine Art von erneuerbarer Energie. Das kann entweder über einen entsprechenden Brennstoff erfolgen, also Biomethan, oder über feste Biomasse, also Holz, oder eben über Solarthermie. Zudem könnten sich wohl PV-Anlagen auf Neubauten zum Standard entwickeln, da sie technisch einfach zu planen und zu installieren sind und durch das GEG auf die Gebäudeeffizienz anrechenbar werden.

Für Planer und Architekten bedeutet dies eine deutlich höhere Planungssicherheit, da von vornherein feststeht, wie jeder Brennstoff auf die Erfüllung des GEG angerechnet werden kann.

Gleichzeitig bleiben jedoch die Gebäudestandards, die schon in der EnEV vorgegeben waren, mehr oder weniger erhalten. Für Bauten der öffentlichen Hand gilt ab 2021 in etwa der KfW55-Standard, für private Bauten der KfW70-Standard. Von Kritikern wird bemängelt, dass dieser Standard für private Bauten deutlich strenger hätte ausfallen müssen, um eine Wärmewende zu initiieren, die den Namen auch verdient. Stattdessen wird es beim Status Quo im Heizungskeller bleiben. Und das heißt: Mehr als jede zweite Heizung ist veraltet.

Im GEG ist zwar eine deutliche Erschwerung des Einbaus von Ölheizungen ab 2026 vorgesehen , doch einen grundsätzlichen Boom beim Heizungswechsel wird das GEG, das vorrangig für den Neubau und für umfassende Sanierungen gedacht ist, eher nicht auslösen. Zwar steigen derzeit die Marktzahlen, doch ist dies eher auf die einmalig gute Förderung beim Tausch einer alten gehen eine neue Heizung im Klimapaket der Bundesregierung zurückzuführen.

Neben diesen konkreten Vorgaben gibt es noch viele deutlich weniger konkrete, die sich etwa in einer Pflicht zur unentgeltlichen Energieberatung widerspiegeln.

Da so die Klimaziele bis 2030 nicht zu erreichen sind, wird erwartet, dass durch den Green Deal der EU eine weitere Verschärfung der Rechtslage im Wärmemarkt kommen wird. Verhindert werden könnte dies nur durch einen massenhaften Austausch alter gegen neue Heizsysteme. Doch der ist eben, trotz Klimapaket und Steuererleichterungen, nicht zu erwarten.

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schorni1 schrieb: Wer PASSEND dimensioniert braucht NICHTS befürchten. @ogli Wenn Du schon 4 Jahre drin bist, dann muss ja mindestens ein mal die Feuerstättenschau erfolgt sein, bei der der komplette Schornstein zu...
carmensita schrieb: Irgendetwas ist doch immer defekt. Fragt sich, was passiert, wenn RV und DM beide - rein zufällig - intakt sind: > Schon der alte Oberinnungskesselflickermeister Kurt T. wusste, dass selten alles...
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