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News vom 17.06.2020

Konjunkturpaket kommt auch Handwerk zugute

Viele Handwerksbetriebe stehen nach der Corona-Krise vor dem Nichts. Weggebrochene Umsätze, die auch im restlichen Jahr nicht zu kompensieren sind, und ein trotz der aktuellen Lockerungen schleppend anlaufendes Geschäft machen es den Unternehmen schwer. Auch wenn die SHK-Branche wie andere baunahe Dienstleister etwas weniger gebeutelt scheint, da die Bautätigkeit nicht in dem Maße einbrach wie andere Branchen, so wird sie doch auch Unterstützung für die nahe Zukunft brauchen.

Bild: Steve Buissinne / Pixabay.de
Bild: Steve Buissinne / Pixabay.de

Nötig ist dies auch, weil derzeit gerade aus den baunahen Dienstleistungen Meldungen von Zahlungsschwierigkeiten der Kunden oder gar Auftragsstornierungen kommen. Verwunderlich ist das nicht, da sich bei vielen auftraggebenden Unternehmen oder der öffentlichen Hand (die ihrerseits unter ausbleibenden Gewerbesteuereinnahmen leidet) zunächst klären muss, wie die finanzielle Lage derzeit und in Zukunft überhaupt aussieht.

Unterstützung gibt es durch das Konjunkturpaket, das die Bundesregierung erst kürzlich beschlossen hat und das 130 Milliarden Euro schwer ist.

Es enthält zum einen direkte Anreize: etwa finanzielle Zuschüsse für kleine Betriebe bis zu zehn Mann, eine Prämie für ausgebildete Azubis (mehr hier) oder eine Deckelung bei den Sozialbeiträgen.

Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen

Ganz konkret wurden Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen beschlossen. Bei Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten betrug der Erstattungsbeitrag für die Ersthilfe in den Monaten April und Mai 9.000 Euro und bei zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Nun sollen für Juni bis August solche Zuschüsse weiter in Not geratenen Betrieben helfen. So können bis zu 50 % der fixen Betriebskosten erstattet werden, wenn der Umsatzrückgang mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahresmonat betrug. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % erstattet werden. Umsatzrückgänge müssen durch einen Steuerberater geprüft werden. Die Antragsfrist endet am 31. August und die Auszahlungsfrist am 30. November 2020.

Zum anderen beinhaltet das Konjunkturpaket Hilfen, die indirekt dem Handwerk zugutekommen. Von diesen profitieren zwar primär andere Branchen, die aber auf Handwerker und Dienstleister angewiesen sind. Darüber hinaus kommen Zuschüsse für Investitionen in Digitalisierung, Klimaschutz und Bildung letztlich allen Firmen zugute. Sie können davon – je nach derzeitigem Stand des eigenen Engagements – stark profitieren.

Steuerlicher Verlustrücktrag, Mehrwertsteuer runter

Auch der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal fünf Millionen Euro beziehungsweise zehn Millionen Euro bei Zusammenveranlagung erweitert. Das kann schon bei der Steuererklärung 2019 geltend gemacht werden. Verluste aus dem laufenden Jahr können also mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnet werden. Außerdem sollen sich die Abschreibungsmöglichkeiten verbessern. Eine degressive Abschreibung für Abnutzung soll wieder befristet eingeführt werden. Personengesellschaften sollen zudem die Möglichkeit bekommen, sich wie Körperschaften besteuern zu lassen. In diese Kategorie fällt auch die Senkung der Mehrwertteuer von 19 auf 16 % von Juli bis Dezember 2020. Das sollte Einkäufe etwa von Material günstiger machen – zumindest dann, wenn die Lieferanten diese Situation nicht für einen eigenen Aufschlag ausnutzen.

Sozialversicherung bleibt gedeckelt

Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bis Ende des Jahres 2021 nicht über 40 % steigen. Fehlende Mittel deckt der Bund. Allein in diesem Jahr stehen dafür 5,3 Milliarden Euro bereit.

Stromkosten sollen sinken

Die viel diskutierten Stromkosten sollen ebenfalls sinken. Die EEG-Umlage soll von derzeit 6,75 Cent im nächsten Jahr auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde und 2022 auf 6 Eurocent je kWh sinken.

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