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News vom 24.02.2020

Themenserie: Wärme von Morgen - Daten / Fakten / Fördermöglichkeiten" - Teil 5

Immer eine Option: Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist für eine zu erneuernde Heizung immer dann eine Option, wenn man über das Jahr hinweg einen hohen Wärmebedarf hat und die erzeugte elektrische Energie zumindest in Teilen auch selbst verbrauchen kann. Für die meisten Einfamilienhäuser ist sie deswegen keine Option, ein hoher Wärmebedarf herrscht in der Regel nur im Winter.

Auch kleine Brennstoffzellen-Heizgeräte gehören zur KWK. Herrscht ein ausreichender Wärmebedarf im Gebäude, kann sich der Einsatz lohnen. Bild: Viessmann
Auch kleine Brennstoffzellen-Heizgeräte gehören zur KWK. Herrscht ein ausreichender Wärmebedarf im Gebäude, kann sich der Einsatz lohnen. Bild: Viessmann

Kommen sie jedoch zum Einsatz, werden KWK-Lösungen meist mit Spitzenlastkesseln kombiniert, um diese Wärmebedarfe abzudecken. Für ein Einfamilienhaus wäre diese Kombination jedoch komplett kontraproduktiv, da ein solcher Kessel allein alle gewünschten Wärmebedarfe erfüllen kann.

Für Pensionen oder kleine Gewerbeeinheiten könnte die KWK aber durchaus eine Option sein, da hier durchaus ganzjähriger Wärmebedarf herrschen kann.

4.000 Jahresarbeitsstunden Minimum

Nötig für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) oder einer Brennstoffzelle wären aber 4.000 Jahresarbeitsstunden, besser sogar 5.000. Legt man nun ein kleines BHKW mit einer elektrischen Leistung von 2 kW zugrunde, ergäben sich daraus schon 8.000 oder 10.000 kWh erzeugter Strom im Jahr – mehr als das Doppelte des Bedarfes einer vierköpfigen Musterfamilie.

Zwar kann der überschüssige Strom ins Netz eingespeist werden und wird auch garantiert vergütet. Hier ähnelt das entsprechende Gesetz (KWKG) dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das den Besitzern von Wind- und Solaranlagen ebenfalls eine feste Vergütung ermöglicht. Doch ist diese sehr gering. Hier eine Übersicht inklusive der Förderzuschüsse:

Zum einen gibt es einen Basiszuschuss. Je kleiner die Anlage hinsichtlich ihrer elektrischen Leistung, umso größer der Zuschuss. Bis 1 kW werden 1.900 Euro gewährt, bis 4 kW diese 1.900 Euro und 300 Euro für jede weitere kW, bis 10 kW 2.800 Euro für die ersten 4 kW und 100 Euro für jede weitere. Unser oben genanntes kleines BHKW mit 2 kWel erhielte also eine Förderung von 2.200 Euro. Achtung: Dieser Zuschuss ist bis zum 31.12.2020 begrenzt, also nur noch in diesem Jahr möglich. Mehr dazu erläutert das für die Förderung zuständige BAFA hier.

Hinzu kommt ein Zuschlag von 8 Cent je kWh bezogen auf 60.000 Betriebsstunden. Das entspräche einer Lebenszeit eines BHKW von 12 Jahren, 5.000 Betriebsstunden jährlich vorausgesetzt. Verbraucht man den Strom selbst, bekäme man das ebenfalls vergütet – mit 4 Cent. Deswegen wäre ein hoher Eigenverbrauch lohnend. Denn statt Strom für 30 Cent aus dem Netz zu beziehen, bekommt man für die Nutzung des eigenen auch noch Geld dazu. Voraussetzung ist eine Listung der KWK-Anlage beim BAFA. Eine entsprechende Übersicht findet sich hier.

Eigennutzung lohnt mehr

Doch dieser Strom ist eben nur mit einem hohen Wärmeverbrauch zu haben (s. oben). Der Anschaffungspreis läge insgesamt bei 25.000 Euro, alle Förderungen zusammengerechnet ergäben 7.000 Euro (bei kompletter Netzeinspeisung des Stromes). Hinzu kämen noch die Gewinne aus dem Stromverkauf und sogenannte vermiedene Netzentgelte in Höhe von insgesamt etwa 4 Cent. Das entspräche noch einmal Einnahmen von 2.400 Euro.

Nutzt man hingegen den kompletten Strom selbst, ergäbe sich zwar nur einer Förderung von 4.600 Euro, man würde aber 18.000 Euro an Strombezugskosten einsparen. Doch dieser Vorteil ist – zumindest in dieser Höhe – eher theoretischer Natur. Allerdings lassen sich mittels KWK tatsächlich Stromkosten sparen.

Gegengerechnet werden müssen noch der doch etwas höhere Wartungsaufwand mit bis zu 1.000 Euro im Jahr für kleinere BHKW sowie der Brennstoffbezug, der deutlich höher ausfällt als bei einer einfachen Heizung.

Im nächsten und letzten Teil unserer Serie am 27.02.2020 geht es um das viel diskutierte Ölheizungsverbot im neuen Gebäudeenergiegesetz, das aber, wenn man es genauer betrachtet, gar kein Verbot ist.

Bereits erschienen:
10.02.2020: Übersicht zur neuen Rechtslage und Fördermöglichkeiten von Heizsystemen
13.02.2020: Wie geht es weiter mit Erdgas und anderen fossilen Heizungen?
17.02.2020: Stark gefördert: Biomasseheizungen
20.02.2020: Wärmepumpen 
24.02.2020: Immer eine Option: Kraft-Wärme-Kopplung

Erscheint demnächst:

27.02.2020: Ein Ölheizungsverbot, dass keines ist

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