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News vom 27.02.2020

Themenserie "Heizen in der Zukunft - Zukunft der Heizung" - Teil 6

Ein Ölheizungsverbot, das keines ist

Im ersten Teil unserer Serie wurden die verschiedenen gesetzlichen Grundlagen für die Wahl eines neuen Heizsystems vorgestellt. Am auffälligsten ist dabei sicherlich das so genannte Ölheizungsverbot im Gebäudeenergiegesetz (GEG), das so nicht existiert, denn als Hybrid-Anlage ist Ölbrennwert auch ab 2026 eine zulässige Alternative. Zumindest im Bestand, denn In Neubauten spielen Ölheizungen kaum noch eine Rolle.

Wer seine Ölheizung wechselt, bekommt dies gut gefördert. <br />Bild: ZVSHK
Wer seine Ölheizung wechselt, bekommt dies gut gefördert.
Bild: ZVSHK

Im Bestand ist der Weiterbetrieb der alten Ölheizung ohne Einschränkungen sowieso möglich, bei einer Sanierung mit Heizungswechsel unter bestimmten Bedingungen. Allerdings sind die so weit gefasst, dass dies kein Problem darstellen sollte.

Die wichtigste Maßnahme, die den Betrieb einer neuen Ölheizung über 2026 hinaus ermöglicht, ist die Kombination mit einer regenerativen Wärmequelle. Mittel der Wahl ist schon heute bei jeder dritten neu installierten Ölheizung die Solarthermie. Möglich wären aber auch Biomassekessel oder Wärmepumpen. In jedem Falle aber gilt: Der Wechsel von einer alten zu einer neuen Ölheizung wird nicht gefördert, allerdings der auf die Erneuerbaren fallende Anteil.

Neue Öl-Brennwert-Heizung kann sich lohnen

Auch ohne Förderung kann die Ersparnis von Betriebskosten durch eine Öl-Brennwertheizung verbunden mit Solar-Anlage oder PV-Anlage lohnenswert sein und die Umwelt schonen. Die CO₂-Abgabe, die für alle fossilen Energieträger gelten wird, wird dadurch deutlich reduziert. Sofern kein Gas- oder Fernwärme-Anschluss vorhanden ist, kann auch auf die Hybrid-Lösung verzichtet werden, was allerdings aus klimaschutzpolitischen Gründen nicht zu empfehlen ist.

Denn da, wo ein Gebäude nicht an ein Gas- oder Fernwärmenetz angeschlossen werden kann, wird der Weiterbetrieb der Ölheizung ebenso ermöglicht. Von den schätzungsweise 5,5 Millionen Ölheizungen, die sowieso meist im ländlichen Raum ohne jegliche Gas- und Wärmenetze stehen, trifft dies auf gut 3,1 Millionen Heizungen zu. Hier würde sich ab 2026 einfach nichts ändern.

Ein dritter Grund für die Installation einer neuen Ölheizung wären technische Unmöglichkeiten der Nutzung regenerativer Wärmequellen. Hier ein Beispiel: Sollte etwa eine Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzt werden und für das deutlich größere Pelletlager wäre jedoch kein Platz, könnte die Ölheizung ebenfalls weiter betrieben werden.

Das Institut für Wärme und Oeltechnik aus Hamburg hat hier alle Fakten zum Weiterbetrieb einer Ölheizung zusammengetragen. Allerdings: In einem Fall wird der gute, alte Ölkessel nicht vor einem Austausch geschützt, nämlich dann, wenn er älter als 30 Jahre ist. In diesem Falle muss er so oder so raus. Falls sich dann die Möglichkeit zu einer anderen Wärmequelle bietet, sollte man umsteigen. Denn auch wenn das Ölheizungsverbot tatsächlich gar keines ist und das Überleben der Ölheizung zunächst gesichert ist – der langfristige Umstieg auf bezahlbare und verfügbare nicht fossile Energien sollte jedermanns Ziel sein.

Langfristig wird die Zahl der Ölheizungen abnehmen, auch wenn die Branche mit Entwicklungen wie Power to Liquid und den so genannten Green Fuels wie Bioheizöl dagegenhält. Damit könnte auch die Weiterentwicklung des Heizsystems an sich für die Hersteller nicht mehr lukrativ sein, auch wenn davon derzeit noch nicht die Rede sein kann. Gleiches gilt für den Heizölhandel, der mit immer weniger Kunden auskommen muss und dessen mittelständische Struktur sich hierzulande immer mehr ausdünnt. Dieser Prozess ist schon jetzt zu beobachten. Wird Heizöl jedoch von einigen wenigen großen Händlern vertrieben, wie es in fast allen unserer europäischen Nachbarländern der Fall ist, kann sich das ebenfalls ungünstig auf den Heizölpreis auswirken, der heute ja meist unter dem aller anderen fossilen Brennstoffe liegt.

Wechsel wird gut gefördert

Der Wechsel auf ein anderes Heizsystem könnte auch aus einem anderen Grunde lukrativ sein: Ölheizungen werden, wie schon erwähnt, seit diesem Jahr, egal in welcher Kombination, nicht mehr gefördert. Der Wechsel weg von einer Ölheizung hingegen schon. Eine entsprechende „Abwrackprämie“ kann bis zu 40 Prozent der Installationskosten für ein neues Heizgerät ausmachen.

Zu unserer 6-teiligen Themenserie erschienen folgenden Fachbeiträge:

10.02.2020: Übersicht zur neuen Rechtslage und Fördermöglichkeiten von Heizsystemen
13.02.2020: Wie geht es weiter mit Erdgas und anderen fossilen Heizungen?
17.02.2020: Stark gefördert: Biomasseheizungen
20.02.2020: Wärmepumpen 
24.02.2020: Immer eine Option: Kraft-Wärme-Kopplung 
27.02.2020: Ein Ölheizungsverbot, dass keines ist

Aktuelle Forenbeiträge
Kala Nag schrieb: Hallo Moritz, die Zirkulationspumpe wird entweder mit einem eigenen Zeitprogramm gesteuert, oder sie hängt am Zeitprogramm der Warmwasserbereitung. Beide Optionen sind einstellbar. Die Außeneinheit...
passra schrieb: Das wird sich rausstellen, ich erwarte aber eigentlich schon eine sehr gute Einschichtung wie beim jetzigen Betrieb auch. Ich werde das Wasser auch nicht von ganz unten entnehmen (bei einem 1600Liter-Speicher...
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