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Tausch Gasheizung gegen Wärmepumpe
Verfasser:
ZwetschgnPeter
Zeit: 07.04.2021 17:17:10
0
3135441
Hallo Allerseits,

ich spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, die Gasheizung bei mir zu tauschen. Es handelt sich hierbei um ein Bürogebäude Baujahr 2017 mit angrenzender Lagerhalle, eigentlich ein Kaltlager, aber beheizt in den strengen Wintermonaten auf um die 7-10 Grad.

Folgende Daten hat das beheizte Gebäude:
Außenwände in Holzständerbauweise

Von Außen nach Innen sieht der Aufbau wie folgt aus:
hinterlüftete Schalung
6cm Holzweichfaser-Dämmplatte
18cm Holzständer, ausgeflockt mit Holzfaserdämmung
15mm OSB Platte
12,5mm Gipskartonplatte - stellenweise sind noch 2-5cm Dämmung als Holzfaserplatte unter der Gipskartonplatte als gedämmte Installationsebene, je nachdem, ob an der Wand Kabel entlang gehen und wie dick diese sind.

Der U-Wert müsste also irgendwo in dem Bereich 0,16-0,18 liegen bei der Außenwand.

Fenster sind auf der gesamten Fläche ungefähr 19,5qm verbaut, dreifach-verglast, u-wert unbekannt.
Eine Außenwand grenzt an die Lagerhalle in der Breite von 9 Metern, Höhe vorn 5 Meter, Höhe hinten 3 Meter. Das Dach ist ein Pultdach.

Am Dach sind Sandwichpaneele verlegt mit einem 10cm dicken Dämmstoffkern - WLG nicht bekannt, vermutlich 0,24.

Der Boden ist von oben nach unten aufgebaut:

Laminat, Fußbodenheizung geeignet, Wärmedurchlasswiderstand unbekannt
Trittschalldämmung in dünnster Stärke
Estrich mit um die 5-5,5cm
Tackerplatte 3cm
Dämmung 8cm
Bodenplatte 25cm ohne Dämmung
Der Abstand der Rohre der Fußbodenheizung beträgt 15cm von Rohr zu Rohr - also Verlegeabstand 15cm?

Die Innenfläche beträgt ungefähr 16m x 9m.

Folgende Heizkreise und Heizkreislängen sind gegeben:

2x160 Meter in der ersten Gebäudehälfte als ein Raum mit der Breite 6,5 x 9 Meter - wo eine Wand angrenzt zur Lagerhalle. Die Wände gegen die Außenluft sind dann 6,5 x 5 Meter und 6,5 x 3 Meter.

1x 20 Meter
1x 37 Meter
1x 58 Meter
1x 79 Meter
1x 116 Meter
1x 80 Meter

2x Heizkörper Kreise zum Frostschutz bzw. Heizen des Lagers, aufgedreht, wenn es draußen sehr kalt ist.

Diese Kreise teilen sich auf "die zweite Hälfte" auf, die aus Büroraum, Aktenlager, zwei WCs (die kürzesten Kreise), Eingangsbereich und offene Küchenzeile bestehen.

Als Heizlast bekomme ich bei crinks Tool mit Eingabe dieser Daten auf ungefähr 6kw (Warmwasser bereits abgezogen, existiert nicht) bei einer Norm-AT von -14 Grad.

Der Gasverbrauch lag in den Wintern 17/18, 18/19, 19/20 und 20 bis jetzt bei 4260 Kubikmetern, das Tool an der Heizung gibt einen Verbrauch von 37800kwh an.

Jetzt ist die Frage, die sich mir stellt: Ist ein Umstieg auf eine Wärmepumpe sinnvoll, auch unter dem Umweltaspekt betrachtet?

Es ist eine PV-Anlage mit 30kwp vorhanden (eine kleine Erweiterung überlege ich schon seit einem dreiviertel Jahr, die Kommunikation mit den Mitarbeitern des zuständigen Netzbetreibers ist allerdings eine Katastrophe), die aufgrund der geringen Dachneigung und Verschattung durch Bäumen im Winter in der tiefstehenden Sonne nicht die beste Leistung erbringt. An Tagen, an denen es bewölkt ist, bringt sie mehr Leistung, als an klaren Sonnentagen im Dezember/Ende November. Trotzdem gibt es selbst im Dezember noch Tage, an denen sie eine Leistung von bis zu 2kw erbringt.
Meine Frage, die sich im Kopf stellt, ist die, ob man den PV-Ertrag nicht mittels Wärmepumpe zum Heizen nutzen könnte? Die Speichermasse im Gebäude ist wegen der Leichtbauweise eher gering, bei 150qm Estrich mit einer Überheizung von 2K komme ich rechnerisch auf eine Speichermasse von ungefähr 8-9kwh, ich schätze, damit wird man nicht sonderlich gut über die Nacht kommen. Ob ein Batteriespeicher dagegen sinnvoll wäre, ist eine andere Frage - Mitte Februar, den ganzen März und April hätte die PV jedenfalls genug Leistung, den Speicher vollzumachen und damit die Wärmepumpe zu versorgen - gleiches gilt für den Oktober, und vermutlich auch für große Teile des Novembers. Der Knackpunkt ist hauptsächlich dann, wenn Schnee liegt, weil der aufgrund der geringen Dachneigung relativ lange liegen bleibt, das war dieses Jahr dann im Januar und die Hälfte des Februars ungefähr so. Auch nervt es mich, dass ich beim örtlichen Gasversorger jedes Jahr ein fast Viertel der Gaskosten nur für die "Zählermiete" ausgebe - bei einer Wärmepumpe würde ich den vorhandenen Stromtarif nutzen.

Insofern zum Abschluss nochmal die Frage: Macht der Umstieg auf die Wärmepumpe Sinn? Wenn ja, auf welche (Langlebigkeit, Effizienz)?

Für Antworten bedanke ich mich schon im Vorfeld!

Verfasser:
PeWe34
Zeit: 08.04.2021 04:15:39
0
3135657
Wo sollte da das Problem sein? FBH ist vorhanden, Heizlast ist nicht zu hoch. Derzeit ist die Lambda EU08L die Wirkungsgradstärkste LWWP am Markt. Maximale Qualität aus Östereich, nur etwas teuer.

Verfasser:
ZwetschgnPeter
Zeit: 08.04.2021 15:18:51
0
3135922
Danke für die Antwort!

Nun, ich weiß einfach nicht, was ich konkret machen soll. Der Austausch des intakten und funktionierenden Heizsystems wäre natürlich rausgeworfenes Geld - die Gasheizung musste ja noch kaum arbeiten, ob man sie verkaufen kann gebraucht, ist fraglich, keine Ahnung. Ob der Tausch Bafa-Förderfähig ist mit den 35% weiß ich auch nicht - mein Vater hat eine alte Ölheizung in seinem Haus und überlegt auch, diese zu wechseln, der hat für die 45% Förderung schon über den Heizungsbauer einen Antrag gestellt.

Es geht mir eigentlich darum, dass ich, wenn ich das angehe, auch etwas für die Umwelt tun möchte. Über die Lambda08 hab ich mich schon ein Stück weit informiert als Wärmepumpe mit Propan als Kältemittel, über die Wolf CHA07 und IDM ALM 2-8 bin ich auch schon gestolpert mit dem selben Kältemittel. Die Lambda bringt laut Datenblatt natürlich den höheren COP im Vergleich zu den anderen beiden, inwieweit man preislich auseinander liegt, ist natürlich die Frage. Auch die Haltbarkeit ist eine Frage, da alle drei relativ neu am Markt sind.

Insofern hatte ich auf ein wenig Schwarmwissen gehofft, das mir vermittelt, was sinnvoll wäre in Bezug auf Umweltgedanken, Eigenstromverwendung (Taganhebung für PV-Strom? Batteriespeicher?) und welche Wärmepumpe ich dafür dann verwenden sollte.

Verfasser:
Exergie
Zeit: 08.04.2021 18:18:50
1
3136008
Zitat von ZwetschgnPeter Beitrag anzeigen
Ich spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, die Gasheizung bei mir zu tauschen. Es handelt sich hierbei um ein Bürogebäude Baujahr 2017 mit angrenzender Lagerhalle, eigentlich ein Kaltlager, aber beheizt in den strengen Wintermonaten auf um die 7-10 Grad.
Nun, ich weiß einfach nicht, was ich konkret machen soll. Der Austausch des intakten und funktionierenden Heizsystems wäre natürlich rausgeworfenes Geld - die Gasheizung musste ja noch kaum arbeiten.


@ZwetschnPeter,

die Frage hast Du Dir schon selbst beantwortet, das wäre keine sinnvolle betriebswirtschaftliche Entscheidung.
Die Gasheizung ist von 2017, noch nicht einmal 4 Jahre in Betrieb !
Never change a running system.

Steht die Gasheizung im Bürogebäude und versorgt die angr. Lagerhalle mit ?

Der Gasverbrauch lag in den Wintern 17/18, 18/19, 19/20 und 20 bis jetzt bei 4260 Kubikmetern, das Tool an der Heizung gibt einen Verbrauch von 37800kwh an.

Ist der angegebene Gasverbr. von 4260 m³ pro Jahr oder nur 4260/4 = 1065 m³ für beide Gebäude im Jahr ?


Grüsse

Verfasser:
ZwetschgnPeter
Zeit: 08.04.2021 18:58:30
0
3136046
@Exergie

Die Gasheizung versorgt beides. Der angegebene Verbrauch ist der komplette Verbrauch, für beides. Wie viel wo hin marschiert, kann ich natürlich leider nicht beurteilen - der Großteil vermutlich allerdings in den beheizten Teil.

In der Lagerhalle hängen nur 2 Heizkörper, um bei starken Frost die dort gelagerte Ware vor Kälte zu schützen. Die Lagerhalle hat das selbe Dach wie das Hauptgebäude und Sandwichpaneele mit 80mm Dicke, Bodenplatte 25cm ungedämmt und schlecht isoliertes Rolltor, das gab's nicht besser und was anderes passt leider nicht hin - wird aber auch jeden Tag geöffnet.

Ich stimme dem natürlich zu, dass das grundsätzlich keine ökonomisch sinnvolle Entscheidung wäre, die Heizung auszutauschen, aktuell. Die Gegenfrage ist natürlich: Wäre es eine ökologisch sinnvolle Entscheidung - und wenn ja, wie würde so eine aussehen und lässt sich der ökonomische Schaden, der dadurch entsteht, im laufenden Betrieb dann über Jahre zumindest eingrenzen?

Verfasser:
Exergie
Zeit: 09.04.2021 17:56:11
0
3136476
@ZwetschnPeter,

der Gasverbrauch pro Jahr ist doch sehr niedrig für beide Gebäude.
Die Gasheizung ist ein sehr effizienter Wärmeerzeuger und entspricht dem Stand der Technik !
Deshalb wäre es auch aus ökologischer Sicht nicht angebracht, so einen neuen Gasheizer zu verschrotten. Es gibt auch keinen Markt für gebrauchte Gasheizer.

Die Halle hat zwei Heizkörper und diese werden bei Frost mit hoher VL-Temp. erhitzt.
Eine WP hat eine sehr niedrige Effizienz, bei hohen VL-Temperaturen. Hier müßten dann weitere große Heizkörper eingebaut werden, für die wenigen Tage zum Beheizen. Das wäre nicht wirtschaftlich. Außerdem kann eine WP sehr große Probleme bereiten.

Es ist eine PV-Anlage mit 30kwp vorhanden.

Für die eingespeiste Energie (kWh) gibt es doch eine Einspeisevergütung.
Außerdem kannst Du mit dem PV-Strom ein E-Auto laden, das wäre viel ökologischer.

Grüsse

Verfasser:
ZwetschgnPeter
Zeit: 09.04.2021 18:52:38
0
3136503
@Exergie

Vielen Dank für die Antwort. DIe Heizkörper sehe ich nicht als Problem, diese hätte ich mit dem selben Temperaturniveau wie die Fußbodenheizung verwendet - im Kernwinter wär die Wärmepumpe vermutlich ja eh im Dauerbetrieb. Aber wenn es auf keiner Seite etwas bringt, dann verwerfe ich die Idee von der Wärmepumpe bei mir und bleibe bei der Gasheizung.

"Außerdem kann eine WP sehr große Probleme bereiten."

Welche Probleme wären das? Ich frage aus Interesse, da mein Vater seine Ölheizung aus seinem Haus BJ92/93 werfen möchte und überlegt, ob er sich eine Wärmepumpe einbauen soll.

Verfasser:
PeWe34
Zeit: 09.04.2021 20:15:59
0
3136530
Ich würde das mal so beschreiben:
Wenn man eine WP so einbaut als wäre sie ein Gas- oder Ölkessel, dann wird man viel Geld für Strom ausgeben und keine Freude haben. Die physikalischen Bedingungen sind sehr unterschiedlich und die meisten Heizungsbauer haben das nicht verstanden.
In einem Gas/Ölkessel brennt eine Flamme mit mehreren 100 Grad. Das macht es sehr einfach Wasser auf eine fast beliebige Temperatur zu bringen. Man kann das Heizungswasser auf 40 oder 60°C aufheizen, und es ist fast egal, ob es mit 30 oder 50 Grad in den Kessel zurückströmt. Da gehen ein paar Prozent Wirkungsgrad verloren, was kaum einer bemerkt.
Eine Wärmepumpe hat zum einen das Problem, dass 5 Grad mehr am Vorlauf den Wirkungsgrad schon spürbar reduzieren, und zum Anderen kann sie das Wasser nur um 5 Grad aufheizen, wobei eine Differenz von 3 Grad optimal ist. An diese Bedingung sollte der Heizkreis angepasst werden. Anstatt 300 oder 500 Liter pro Stunde durch viele Heizkörperventile zu quetschen, wie es üblich ist, sollte man über 1000 oder sogar 2000 Liter Wasser umwälzen, weil man nur diese 3 bis 5 Grad Differenz und auch eine niedrige Temperatur zur Verfügung hat. Da man mit Einzelraumregelungen und 100 Meter langen Fußbodenheizkreisen diese Bedingungen nicht erfüllen kann, und die meisten HB nichts anderes können, als das was sie schon immer machen, wird die WP genau so behandelt wie eine Gasbüchse. Man lässt die WP Wasser auf 40 Grad erhitzen, speichert dieses Wasser in einem Pufferspeicher und verteilt mit zusätzlichen Pumpen und Mischern dieses Wasser dann im Heizkreis. Die Wärmepumpe "weiß" von all dem nichts, und lädt vom Außenfühler gesteuert brav den Pufferspeicher mit 1000 oder 2000 Liter pro Stunde, während der Heizkreis mit ein paar hundert Liter pro Stunde und unnötig hohen Temperaturen völlig eigenständig "sein Ding" macht.
Diese Betriebsweise ist sehr einfach umzusetzen, denn das macht man ja schon immer so. Die WP kann ohne hydrauliche Probleme den Pufferspeicher laden und macht keine Zicken. Wenn der groß genug ist, wird es nie zu Störungen kommen. Die Zeizungsanlage kann auf den Pufferspeicher zugreifen ohne die WP zu beeinflussen, also alles super einfach, aber teuer und ineffizient.

Verfasser:
SebDob
Zeit: 10.04.2021 09:50:20
0
3136665
Vaters Haus solltest du seperat betrachten. Es sind Grundsätzlich andere Vorraussetzungen.

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