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Alle
Foren
Besteuerung von Einkommen vs. Erbe vs. ...
Verfasser:
netterpaladin
Zeit: 17.10.2019 00:21:22
1
2840767
Steuern haben immer eine steuernde Wirkung (=steuervermeidung), daher bin ich für steuern die eine positive Nebenwirkung haben, z.B. CO2 Steuer.
Eine erbschaftssteuer gehört nicht dazu. Eine simple form der steuervermeidung für die Top 1% ist das auswandern. das lässt sich schwer verbieten.

Ich denke wir sollten unsere Energie mehr darauf richten das Steuersystem zu vereinfachen (Ausnahmen und Einzelfall Gerechtigkeigkeit weg, das ist eine Illusion).

Der Staat hat aktuell genug Geld! ( dank der Wirtschaft der letzten Jahre), die Frage ist nur wofür er das Geld ausgibt.

Vg,
Daniel

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 17.10.2019 00:22:15
1
2840768
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]


Agree to disagree.

Ich halte seinen Beitrag nicht für einen der besten. Und für meine Ansichten wurde ich immerhin gewählt, mit einen der besten Ergebnisse. ;-)

Du kannst mir gerne vorwerfen, dass ich mich noch nicht ausführlich und konstruktiv in diesem[...]

Deine Posts und die Steuermythen-Links (habe beide gelesen) völlig an dem vorbei, was winni und ich geschrieben haben!

winni hat u.a. die Rahmenbedingungen für Unternehmen bemängelt, ich habe mich vor allem ausdrücklich gegen die Belastung von Unternehmenswerten durch Erbschaftssteuer (und Vermögenssteuer) ausgesprochen.

Weder winni noch ich haben geschrieben, dass Unternehmenssteuern gesenkt werden müssen oder dass wir hier in einen Steuerwettbewerb mit den USA eintreten müssen.

Dein Beispiel von Amazon, Apple und Co für die Notwendigkeit einer Umverteilung war in diesem Kontext völlig daneben. Unter deren Nichtbesteuerung in Deutschland leiden in Deutschland versteuernde Betriebe genauso wie unter der Steuerflucht mancher deutscher Betriebe.

Hallo winni,

schließe mich Deinem Post ebenso an und danke dafür, dass ich meines jetzt kürzer halten kann.
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Danke Stefan,

ich vermute mal, das wir hier eine der wenigen sind, die einen Hintergrund
des freien Unternehmers haben.

Nicole,
ich habe gar nichts gegen Deine Wutrede, ich bin der Meinung, das unsere
Mittel völlig uneffektiv eingesetzt werden und so was[...]

Grüße
Stefan

Verfasser:
winni 2
Zeit: 17.10.2019 00:34:51
3
2840771
P.S.
Was soziale Diskreminierung angeht, ich war auf ein paar Besichtungsterminen
für eine Wohnung für meinem Sohn, der sein Studium im Düsseldorf angefangen
hat.
Da siehst Du ganz alt aus, wenn Du nicht drei Gehaltsabrechnungen präsentieren
kannst.
Da bist Du als Selbständiger total verdächtig, Beamter wäre gut. :-) :-(

Grüsse

winni

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 17.10.2019 00:37:32
3
2840772
Wenn ich durchhalte, dann schaue ich mir jetzt noch https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/schattenmacht-blackrock-104.html an.

Blackrock verwaltet Vermögenswerte, die doppelt so hoch sind, wie das deutsche Bruttosozialprodukt. Die freuen sich sicher, wenn unabhängige deutsche Familienunternehmen Beteiligungskapital nach dem Erbfall suchen...

Gute Nacht Deutschland...
Stefan

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 06:46:32
0
2840783
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Die Lehrer meiner Kinder im Gymnasium, jetzt eigentlich nur noch ein Kind,
sind dauernd in Ferien, in Konferenzen, in Ausflügen, Abitursangelegenheiten,
schwanger oder krank...


Wenn die Lehrer in Ferien sind, kann dir das ja egal sein. Zum Rest kann ich nur sagen, dass das eben das Ergebnis ist, wenn eine Personalplanung im öffentlichen Dienst gemacht wird, wie man sie eben macht. Wenn man mit 102 oder 103% planen würde, dann gäbe es auch bedeutend weniger Unterrichtsunfall. Da bräuchte man aber eben mehr Personal. Das heißt höhere Kosten. Einfach mal schauen, wie sich die Beschäftigtenzahl im öffentlichen Dienst entwickelt hat.

Ich kann nur feststellen, dass wir nach einer langen Phase der Wirtschaftsaufschwung nicht genügend Geld haben für öffentliche Infrastruktur oder Personal. Gleichzeitig die Steuer- und Abgabenlast für die reichsten Teile der Bevölkerung konsequent nach unten gefahren worden ist. Arbeitseinkommen und Kapitaleinkommen ungleich besteuert wird, eine Erbschaftssteuer kaum stattfindet, eine Vermögenssteuer kaum.
Zeitgleich ist einer der größten Niedriglohnssektoren entstanden. Und kaum verdunkelt sich ein bisschen die konjunkturelle Lage, erdröhnt das Wehklagen der Unternehmer um so lauter.

”There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” - Warren Buffet; dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 06:50:31
0
2840786
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
[...]

Weder winni noch ich haben geschrieben, dass Unternehmenssteuern gesenkt werden müssen oder dass wir hier in einen Steuerwettbewerb mit den USA eintreten müssen.



Es wurde moniert, dass zu viel über Umverteilung geredet wird. Da passt ein Link, der zeigt, wie sich die Steuerlast tatsächlich entwickelt hat, aber genau dazu. Wenn du da keinen Zusammenhang erkennen kannst, dann ist das Teil der Problems.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 07:46:04
1
2840804
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
[...]


Wenn die Lehrer in Ferien sind, kann dir das ja egal sein. Zum Rest kann ich nur sagen, dass das eben das Ergebnis ist, wenn eine Personalplanung im öffentlichen Dienst gemacht wird, wie man sie eben macht. Wenn man mit 102 oder 103% planen würde, dann gäbe es auch bedeutend weniger[...]

Nun ich finde den grossen Niedriglohnsektor der millionen Arbeitslose und zuvor nicht mal mehr Arbeitssuchende Aufgesogen hat klasse. Zudem er dank niedriger Arbeitslosenzahlen und damit schwer zu findender neuer Mitarbeiter viellen die mehr drauf haben den Aufstieg innerhalb des Unternehmens in besser bezahlte Arbeitsplätze ermöglicht.
Ich bin nicht der meinung das alle die, die nur ein geringes Einkommen bekommen gefälligst aufhören sollen mit Arbeiten und wieder HArz IV beziehen.

Ansonsten - gute Ausstattung für Kinderkrippen, Schulen, etc verbuche ich - wie auch die statistik - nicht unter Umverteilung, sondern unter Investition oder höchstens Staatskonsum. Umverteilung ist eher dann wenn man z.B. bestimmte Bevölkerungsteile mit einem spezifischen beruflichen Werdegang unter bevorzugten Bedingungen staatlich bezuschusst in Rente schickt, zu einer Zeit wo diese Mitarbeiter in den Betrieben dringend gebraucht werden. Das kostet nur Geld, bringt aber keinen weiter.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 08:12:00
0
2840814
@HFrik

Umverteilung bedeutet ja eine durch staatlichen Eingriff erfolgte Veränderung der Vermögens- und Einkommenssituation.

Wenn ich aber Steuern erhebe und damit beispielsweise gut ausgestattet und ausreichend Kitaplätze bereitstelle, für die Leute aus den ärmeren Schichten weniger bezahlen müssen. Dann ist das auch Umverteilung, auch wenn das in der klassischen Statistik häufig nicht beachtet wird.

Wenn man sich die Statistik der Niedriglöhner anschaut, dann sieht man, dass der von dir beschriebene Aufstieg die Ausnahme bleibt. In der Einkommenstatistik ist das auch klar erkennbar. Die realen Einkommensverluste der unteren 10% sind eine Folge des Niedriglohns.

Insofern gilt die Aussage, eine schlecht bezahlte Arbeit ist besser als gar keine Arbeit nur bedingt.

P.S. Wir werden wohl auf die Ausweisung eines eigentlich geplanten B-Plan verzichten müssen, weil wir weder die städtische Infrastruktur aktuell nicht finanzieren können.

Da werden sich die Unternehmen bestimmt freuen, dass es weniger zu bauen in der Umgebung und weniger Fachkräfte gibt.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 09:05:12
0
2840829
Nun, in der Statistik müsste man aber auch einbeziehen, dass Millionen in der Einkommenstatistik dazugekommen sind. D.h. die prozentuale Anteile von Niedriglöhnern könen durchaus steigen und es dennoch einen Aufstieg der Individuen geben, weil einfach Millionen in der Statistik dazu kommen.
Wenn sich alle rational verhalten sind solche Aufstiege auch zwingend. Denn wenn es eine Unmasse Arbeitslose gibt, wird sich der Arbeitgeber auch für einfache Jobs die besten Arbeitnehmer holen - dann fegt halt der facharbeiter den Hof, das macht der vermutlich immernoch zuverlässiger (Erwartung aus Sicht AG) als ein ungelernter, weil er sein Mindestmass an Zuverlässigkeit ja in Form der Ausbildung nachgewisen hat. Wenn es unmassen an Jobs gibt, wird sich jeder der mehr kann von seinem Niedriglohnjob hin zu besseren Jobs wegbewerben (und mangels Alternativen auch angeommen werden) wenn ihm nicht gleich intern eine bessere Stelle angeboten wird. Wozu auf einer schlecht bezahlten Stelle sitzen bleiben wenn man mehr bekommen kann?
Die Annahme dass Arbeitneher im Niedriglohnbereich irgendwie an ihren Jobs festgeschraubt seien und deswegen nicht weg können kann ich nicht teilen. Die konnten nicht weg wenn die besseren Jobs nicht angeboten wurden bzw. es dafür viele besser qualifizierte Bewerber gab. Sobald die Jobs in höherer Zahl angeboten werden, und sich kein besserer darum bewirbt, geht der kleine Aufstieg los.

Was im Niedriglohnbereich hinzukommt sind in nicht seltenen Fällen Jobs, die in den 90'er JAhren und den 0er Jahren nach Osteuropa und nach China abgewandert sind, (und so die Arbeitsosenquote nach oben gejagt haben) und heute wegen höherer Löhne dort wieder zurücksickern. Dass das eine fundamentale Bewegung ist sieht man auch daran, dass sich frühre bei Aufschung die Arbeitslosenquote geweigert hat zu sinken, während heute bei schlechter Konjunktur die Beschaäftigtenzahlen sich weigern zu sinken.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 09:52:24
0
2840844
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Nun, in der Statistik müsste man aber auch einbeziehen, dass Millionen in der Einkommenstatistik dazugekommen sind. D.h. die prozentuale Anteile von Niedriglöhnern könen durchaus steigen und es dennoch einen Aufstieg der Individuen geben, weil einfach Millionen in der Statistik dazu kommen.[...]


Hier ganz gut zusammengefasst. Es ist ja nicht so, dass wir zu dem Thema nichts wissen...

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 10:21:18
0
2840854
Da sehe ich zunächst keinen Widerspruch. Wenn man Millionen Beschäftigungsverhältnisse dazubekommt, und die einen höheren Anteil an niedrigen Löhenn haben als die übrigen Jobs, dann zieht das den Medianwert nach unten - das bedeutet aber nicht dass individuell da irgendein Lohn sinkt, sondern im Ggenteil dass für Millionen der Lohn von 0 auf einen Niedrigen, aber deutlich über 0 liegenden Lohn steigt.
Ob die Aussage der geringen Moilität sich auf die letzten Monate bis Jahre stützt, oder auf frühere Zeiten, als die Aufstiegsjobs Der Link bezüglich Minijob oder Vollerwerb, der aus diesen Artikel verweist: https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/lebensverhaeltnisse-deutschland-erwerbstaetige-prekaere-umstaende zitiert eine Datengrundlage mit DAten von 1993bis 2012, also der Zeit als die Niedriglohnjobs nach Fernost und Osteuropa abgewandert sind, und in denen die Leute sicher in Niedriglohnjobs festhingen. Die heute fundamental gewandelte Situation kann man in den Daten sicher nicht sehen, da müsste man sehr Aktuelle und zukünftige Daten hernehmen.
Als Hinweis was sich so ungefähr verändert hat: der Lohn eines Chinesischen Wanderarbeiters, mit dem der deutsche Niedriglöhner oft in Konkurrenz steht, hat sich nominal seint grob 2003 (Mittelwert der Zeit der Studie) und heute etwa verfünft- bis verachtfacht. Das ist schön für den chinesischen Wanderarbeiter, und hat auch Auswirkungen auf den deutschen Niedriglöhner.

Verfasser:
kleberson
Zeit: 17.10.2019 10:23:53
3
2840855
Umverteilung findet doch nicht immer durch staatlichen Eingriff statt.
Allein durch die Zins- und Zinseszins-Sklaverei der Banken findet eine gigantische (vllt sogar die größte) Umverteilung statt.
Dazu kommt noch das Spekulieren auf Waren, Währungen, Lebensmittel und das (im Verhältnis oft verfälschte) Schätzen von Besitz, wie z.b. Immobilien.
Es werden Werte und Geld aus dem Nichts erschaffen.
Von wegen Leistung zählt. Von wegen Wertschöpfung durch Arbeit, Innovation und Unternehmertum.
2019 heißt, dass Faulheit der Schlüssel ist.
Aber ja, die 10 Superreichen werden dann immer als Gegenbeispiel genommen. Mit diesem Luftschloss hat man Amerika mal schön gegen die Wand gefahren und die größte Konsumgesellschaft der Welt gezüchtet. Gleiches sieht man jetzt in Eurpoa.
Dazu kommt noch, dass heute die meisten Dinge auf Währungen basieren, die nicht mal gedeckt sind und durch das Giralgeld finden minütlich Umverteilungen statt, von denen man erst Jahre später den Kinnharken bekommt.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 10:36:44
1
2840860
Wo ist der Bezug des Texts nach der ersten Zeile zum Thread und den vorherigen Beiträgen?
Ich lese da ein begründungsloses herunterleiern von Stammtischparolen. Geht das nur mir so?

Verfasser:
kleberson
Zeit: 17.10.2019 10:37:44
0
2840861
Nicole schrieb:
Umverteilung bedeutet ja eine durch staatlichen Eingriff erfolgte Veränderung der Vermögens- und Einkommenssituation.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 14:29:45
1
2840941
Wenn man Umverteilung so benutzt wie du es tust, dann ist jedes Geschäft Umverteilung.

Zur "Zinseszinssklaverei"

Ich finde es spannend, dass jemand der sonst so ein Hohelied auf den Markt singt, plötzlich ein Problem bekommt, wenn man für das Geldverleihen Geld verlangt. Nicht mal die Planwirtschaftler waren so dumm, so etwas zu untersagen.

Und ich sehe auch kein Problem mit Spekulation, wenn die Gewinne daraus ordentlich versteuert werden und es eine ordentliche Aufsicht gibt, ist das eine sehr sinnvolle und marktstabilisierende Angelegenheit. Wenn der Staat es natürlich schleifen lässt, wird es aber brandgefährlich.

Rufst ausgerechnet du jetzt nach den Staat, um dir nicht genehme Geschäfte zu verbieten? Und andere hier als Sozialisten und Planwirtschaftler beschimpfen.

Oder soll das einfach nur beklagt werden? Was soll da konkret gemacht werden?

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 14:54:49
1
2840945
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Da sehe ich zunächst keinen Widerspruch. Wenn man Millionen Beschäftigungsverhältnisse dazubekommt, und die einen höheren Anteil an niedrigen Löhenn haben als die übrigen Jobs, dann zieht das den Medianwert nach unten - das bedeutet aber nicht dass individuell da irgendein Lohn sinkt, sondern im[...]


Die unteren 10% der Bevölkerung haben heute ein niedrigeres Einkommen als früher. Einkommen = Nettoeinkommen + Transferzahlungen

Anders verhält es sich im ersten Dezil. Im Zeitraum 1991 bis 1994 gingen die Realeinkommen zurück, vor allem wegen der Zuwanderung vorrangig von Aussiedlerinnen und Aussiedlern. Insbesondere fällt der deutliche Rückgang im Jahr 1994 auf. Das hat auch mit den zugrundeliegenden Daten zu tun: In den Jahren 1994/95 wurde im SOEP eine Zusatzstichprobe von Zuwandererinnen und Zuwanderern gezogen; diese sind ab diesem Zeitpunkt im SOEP repräsentiert.

Zwischen 1994 und 1999 stiegen die realen Einkommen des untersten Dezils deutlich an. Alle Einkommenssegmente profitierten von einer insgesamt positiven Konjunktur. Im Zeitraum 2000 bis 2005 gingen die Realeinkommen im ersten Dezil erneut zurück, einhergehend mit einem Zuwachs der Arbeitslosigkeit, die im Jahr 2005 einen Höchststand von fast zwölf Prozent erreichte.

In den darauffolgenden Jahren bis 2011 stiegen die Einkommen im ersten Dezil vor dem Hintergrund eines starken Wirtschaftswachstums von jährlich rund drei Prozent wieder an – mit Ausnahme des Jahres 2009, geprägt von der Wirtschafts- und Finanzkrise. Seit 2012 nehmen die realen Einkommen im ersten Dezil wieder ab, obwohl die Wirtschaft in einer guten Verfassung ist und die Arbeitslosigkeit insgesamt deutlich zurückgegangen ist.

Eine Erklärung für die zuletzt schwache Einkommensentwicklung im zweiten und vorrangig im ersten Dezil liefert die Zuwanderung. Seit 2007 hat diese deutlich zugenommen. Es braucht Zeit, bis die meisten neu zugezogenen Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen; in den ersten Monaten und Jahren nach ihrer Ankunft weisen sie hohe Nichterwerbsquoten auf und erzielen dem-entsprechend niedrige Einkommen. Der Anteil der Personen mit direktem Migrationshintergrund und mit geringen Einkommen nimmt in der Bevölkerung zu. Das erste Einkommensdezil bestand im Jahr 2015 zu rund 27 Prozent aus Personen mit direktem Migrationshintergrund, vom zweiten Dezil machten sie 25 Prozent aus. Im Jahr 2005 lag dieser Anteil in beiden Dezilen noch bei rund 20 Prozent.

Neben demografischen Erklärungen sind weitere Aspekte für die schwache Entwicklung der unteren Einkommensdezile relevant, beispielsweise die Ausweitung des Niedriglohnsektors bis 2015, eine unvollständige Anpassung von Sozialleistungen an die Inflation sowie die schwache Entwicklung der Alterseinkommen.


https://www.econstor.eu/bitstream/10419/179693/1/1023138271.pdf

Verfasser:
ThomasShmitt
Zeit: 17.10.2019 15:07:26
0
2840951
Zitat von kleberson Beitrag anzeigen
Umverteilung findet doch nicht immer durch staatlichen Eingriff statt.
Allein durch die Zins- und Zinseszins-Sklaverei der Banken findet eine gigantische (vllt sogar die größte) Umverteilung statt.
Dazu kommt noch das Spekulieren auf Waren, Währungen, Lebensmittel und das (im Verhältnis[...]


Wenn man der Argumentation glauben schenkt, dann haben wir mit den negativen Zinsen ja nun wirklich die Umverteilung von Reich zu Arm.... oder etwa doch nicht? ;)

@Nicole4711
Auch wenn deine Argumentation durchaus nachvollziehbar ist (das bedeutet jetzt nicht unbedingt Zustimmung), mit 15 Jahre alten Daten zu argumentieren ist schwierig. Das war teilweise noch vor der Finanzkrise oder genau mitten drin.
Leider sind neuere Daten immer schwierig zu bekommen, aber wenn man die Situation jetzt (Boomphase oder vlt kurz danach aber immer noch weit oben) mit der von 2007 (Finanzkrise, das war im Wirtschaftszyklus aber ganz unten) vergleicht, passt es einfach nicht und das macht die Argumentation angreifbar.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 15:21:55
2
2840956
Der verlinkte Text stammt aus 2018 mit Daten aus zuletzt 2015. Hier wurde lediglich die Entwicklung der letzten 20 Jahre dargestellt. Ich habe den gesamten Absatz rauskopiert, anstatt nur den letzten Satz, weil dadurch auch andere Einflussfaktoren deutlich werden und ich kein Rosinenpickerei betreiben wollte, da ich redlich argumentieren möchte.

Entscheidend: Die Ausweitung des Niedriglohns hat die Einkommenssituation der unteren 10% der Bevölkerung verschlechtert. Dies war meine Behauptung und wird hier ausdrücklich unterstützt.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 15:59:06
0
2840970
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
[...]


Die unteren 10% der Bevölkerung haben heute ein niedrigeres Einkommen als früher. Einkommen = Nettoeinkommen + Transferzahlungen
[i]
Anders verhält es sich im ersten Dezil. Im Zeitraum 1991 bis 1994 gingen die Realeinkommen zurück, vor allem wegen der Zuwanderung vorrangig[...]


Nun, das beschreibt ja ziemlich genau das was ich oben geschrieben habe - die untere Einkommens dezile wird im Einkommen nach unten gezogen weil viele Neu dazukommen von 0€ Stundenlohn auf einen sehr niedrigen Stundenlohn. Das steht aber dem individuellen Aufstieg nicht entgegen.
Es wird sogar eher bestätigt in dem Text, denn in den Jahren in denen von unten weniger nachströmen in das unterste Einkommensdezil steigen die Einkommen in diesem Dezilüberdurchschnittlich. Was dafür spricht dass es dann im Mittel aufwärts geht für die Personen in dieser Gruppe.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 16:05:45
0
2840976
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen
Der verlinkte Text stammt aus 2018 mit Daten aus zuletzt 2015. Hier wurde lediglich die Entwicklung der letzten 20 Jahre dargestellt. Ich habe den gesamten Absatz rauskopiert, anstatt nur den letzten Satz, weil dadurch auch andere Einflussfaktoren deutlich werden und ich kein Rosinenpickerei[...]

DAbei ignoriserst Du aber, dass das "unterste 10% der Bevölkerung - falsch der untersten 10% der Einkommenbezieher im wesentliche Ausgetauscht wurde - durch Leute die zuvor keinerlei Einkommen hatten und daher in dieser Statistik nicht vertreten waren.

Mal bildlich gesprochen: eine menge Leute laufen ein Treppenhas hoch. Wenn unten besonders viele Reinströmen wird es unten voller als oben. Dein Schluss daraus: die Leute sind von oben nach unten gelaufen, denn es ist ja jetzt unten voller als oben.

Verfasser:
Tom Berger
Zeit: 17.10.2019 16:12:26
1
2840981
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Nun, das beschreibt ja ziemlich genau das was ich oben geschrieben habe - die untere Einkommens dezile wird im Einkommen nach unten gezogen weil viele Neu dazukommen von 0€ Stundenlohn auf einen sehr niedrigen Stundenlohn. Das steht aber dem individuellen Aufstieg nicht entgegen.
Es wird sogar eher bestätigt in dem Text, denn in den Jahren in denen von unten weniger nachströmen in das unterste Einkommensdezil steigen die Einkommen in diesem Dezilüberdurchschnittlich. Was dafür spricht dass es dann im Mittel aufwärts geht für die Personen in dieser Gruppe.


Nein, es geht mit dieser und auch den unmittelbar darüber liegenden Gruppen leider steil abwärts. Wir reden hier nicht von absoluter Armut, sondern von relativer. Und es ist nun mal unbestreitbare Tatsache, dass sich die soziale Schere in Deutschland immer weiter und sogar beschleunigt öffnet, und dass an die 70% der Bürger kaum noch am stetig wachsenden Wohlstand teilhaben. Fast aller Wohlstandszuwachs kommt nur bei den oberen 30% an.

Für die unteren 10% haben sich die Verhältnisse besonders durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors infolge der Hartz-Agenda dramatisch verschlechtert. Die Stundenlöhne in manchen Branchen sind dadurch teilweise auf 1/3 des vorherigen Werts gesunken, und liegen jetzt nach Einführung der Mindestlöhne offiziell bei etwa der Hälfte. Dass die Mindestlohnregeln sehr oft durch kriminelle Tricks umgangen werden, weißt Du sicher auch.

Es kann schon sein, dass die vorherigen Langzeitarbeitslosen jetzt mit so einem Niedriglohnjob besser dastehen, aber ich bezweifle das sehr. Das Schlimme ist auf jeden Fall, dass dadurch das gesamte Lohngefüge nach unten gezogen wird, und dass auch bis tief in die Mittelschicht hinein die Drohung mit der Vernichtung der wirtschaftlichen und sozialen Existenz durch ALG-2 extrem disziplinierend wirkt.

Verfasser:
HFrik
Zeit: 17.10.2019 16:27:54
0
2840984
Dieses NArrativ kann ich nun nicht mehr hören, dass so begründungslos vor sich hin gelabert wird - und das ausgerechnet von Tom Berger, der es bei technischen Dingen so genau nimmt.
Kleiner Tipp: es sind im Arbeitsmarkt etliche Millionen Jobs dazugekommen, das sind so 20-25% der Arbeitenden Personen. Das reicht von den Zahlen her um den kompletten Niedriglohnsektor einmal unten an die Lohnskala anzubauen. Ebenso zeugt ein in den letzten Jahren gleichbleibender bis leicht fallender Gini-Koeffizient nicht von einer aufegehnden Schere zwischen Arm und Reich.
Und warum soll es für die Gesamtgesellschaft gut sein wenn einer im Niedriglohnsektor aufhört zu arbeiten und wieder Harz IV bezieht? Geht es uns allen besser wenn möglichst viele HArz VI beziehen?
Für den Durchschnittslohn der unteren Einkommensdezils wäre es natürlich ein enormer Schub nach oben wenn wir alle aus dem Neidriglohnsektor zwangsweise aus dem Job und in Harz IV befördern würden....

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 17:23:51
1
2841011
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Mal bildlich gesprochen: eine menge Leute laufen ein Treppenhas hoch. Wenn unten besonders viele Reinströmen wird es unten voller als oben. Dein Schluss daraus: die Leute sind von oben nach unten gelaufen, denn es ist ja jetzt unten voller als oben.


Okay. Jetzt verstehe ich dein Problem. Ich glaube dir ist nicht klar, wie das SOEP konstruiert ist, dass hätte ich auch nicht voraussetzen dürfen - mein Fehler.

"Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ['zœp] ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung von Privathaushalten in Deutschland. Die Befragung wird im jährlichen Rhythmus seit 1984 immer bei denselben Personen und Familien (= stets demselben Personen-Panel) durchgeführt (wobei neue Sample über die Zeit hinzukamen). " wikipedia.

Sie haben neue Samples (Ossis, Flüchtlinge) aufgenommen, um die demographische Entwicklung abzubilden. Aber du kannst aus dem SOEP die Entwicklung eines Haushaltes über mittlerweile Jahrzehnte verfolgen. Es ist also nicht so, dass die unteren 10% jetzt einfach andere sind, das stimmt lediglich partiell (weshalb ich den Abschnitt extra drin gelassen habe beim Zitat), aber nicht vollständig.

Kurzum: Wer behauptet, dass zu viel über Umverteilung gesprochen wird und zu wenig über Entlastung von Unternehmen. Der tut dies vor dem Hintergrund, dass die Armen nicht nur den Anschluss an der Wohlstandsentwicklung verpasst haben (also relativ ärmer werden), sondern sie werden es sogar absolut (wobei die Daten sogar noch untertrieben sind, weil die Haushalte in den unteren 10% eine andere Inflationsrate haben, Mietpreissteigerung).

Während zeitgleich die Unternehmen und Oberschicht massiv von Steuern und Abgaben entlastet worden sind.

Wenn man über Pro- Contra einer Vermögenssteuer oder Erbschaftssteuer redet, ist es nicht ganz unwichtig, diese empirischen Befunde im Hinterkopf zu haben.

P.S. Ich will nicht verhehlen, dass man auch diese Daten kritisch beäugen muss, aber das sind Fachdiskussionen, die für den grundsätzlichen Befund irrelevant sind.

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 17.10.2019 17:27:16
0
2841013
Zitat von HFrik Beitrag anzeigen
Ebenso zeugt ein in den letzten Jahren gleichbleibender bis leicht fallender Gini-Koeffizient nicht von einer aufegehnden Schere zwischen Arm und Reich.


Achtung! Aufgrund der spezifischen Konstruktion des Gini-Koeffizienten kannst du das nicht daraus schlussfolgern. Die Verteilung kann sich verschieben und der Koeffizient gleich bleiben, weil ja nur das Integral der Fläche bestimmt wird, aber nicht die konkrete Ausgestaltung.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 17.10.2019 18:38:39
3
2841055
Von direkt finanzieller Entlastung der Unternehmer hatte hier glaube ich keiner
geschrieben?

Mir ging es um Ausmisten der Vorschriften auf ein auch für Kleinuntermehmen
handlebares Mass.
Mein Vater hat schon in meiner Jugend gesagt, ich übertrete jeden Tag
10 Vorschriften, ohne es überhaupt zu wissen. Heute wären es wahrscheinlich
30 ?

Die Statistik der Neugründungen, die Stefan eingestellt hatte, spricht doch Bände?
Mit ein paar Großkonzernen, die für alles Spezialisten haben, werden wir unseren
Wohlstand nicht halten können.

Mal ein konkretes Beispiel, ich beschäftige 3 geringfügig Beschäftigte. Da kommt
alle 3 Jahre einer von der Rentenversicherung zum Steuerberater und überprüft
die Sache und der Steuerberater berechnet mir dann noch was dafür.
Der würde wahrscheinlich auch zu mir nach Hause kommen, wenn ich das nicht
über den Steuerberater machen würde.
Für so ein Sch... ist anscheinend genug Personal und Geld da?

Grüsse

winni

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Besteuerung von Einkommen vs. Erbe vs. ...
Verfasser:
winni 2
Zeit: 17.10.2019 18:38:39
3
2841055
Von direkt finanzieller Entlastung der Unternehmer hatte hier glaube ich keiner
geschrieben?

Mir ging es um Ausmisten der Vorschriften auf ein auch für Kleinuntermehmen
handlebares Mass.
Mein Vater hat schon in meiner Jugend gesagt, ich übertrete jeden Tag
10 Vorschriften, ohne es überhaupt zu wissen. Heute wären es wahrscheinlich
30 ?

Die Statistik der Neugründungen, die Stefan eingestellt hatte, spricht doch Bände?
Mit ein paar Großkonzernen, die für alles Spezialisten haben, werden wir unseren
Wohlstand nicht halten können.

Mal ein konkretes Beispiel, ich beschäftige 3 geringfügig Beschäftigte. Da kommt
alle 3 Jahre einer von der Rentenversicherung zum Steuerberater und überprüft
die Sache und der Steuerberater berechnet mir dann noch was dafür.
Der würde wahrscheinlich auch zu mir nach Hause kommen, wenn ich das nicht
über den Steuerberater machen würde.
Für so ein Sch... ist anscheinend genug Personal und Geld da?

Grüsse

winni
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