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Lüftungsanlage und Erdwärmetauscher Nachteile
Verfasser:
kurse_pe
Zeit: 03.10.2019 22:05:12
0
2833784
Hallo Forengemeinde,

ich war heute auf einer Baumesse um Firmen für mein Neubauvorhaben nach Forumsart zu suchen.

Bzgl. Lüftungsanlage und Erdwärmetauscher habe ich folgende Aussage bekommen:
- Erdwärmetauscher macht keinen Sinn, da in Lastzeiten 200m3/h Luft durch das eingegrabene Rohr geführt wird. Dieses Rohr ist kein guter Leiter und die Verweilzeit in dem Rohr ist auch zu kurz, sodass eigentlich nicht genügend Wärme oder Kälte an die Luft abgegeben werden kann.


Kann jemand diese Argumente sinnvoll entkräften?

Vielen Dank und viele Grüße

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 03.10.2019 22:45:56
0
2833804
einen normalen erdwärmetauscher macht man heute schon fast nicht mehr.
Zuviele Probleme (Kondenswasser / Mief).... in den Rohren.
Da kann/konnte man viel falsch machen....

Wenn Wärmetauscher (und kein Vorheizregister oder Umschaltung erwünscht) dann gibt es SOLE-Wärmetauscher. Entweder in ein paar Meter Rohre mit Sole ala Ringgraben oder als Korb z.b....
Dann gibts keine Kondensprobleme. Es wird weniger Gartenfläche benötigt.
Die Wärme aus dem Erdreich ist im Sommer "etwas" kühler als die AUssenluft, und im Winter deutlich wärmer als die Aussenluft - also eigentlich ideal... Kostet halt ein paar Euro.

D.h. die aus der Erde entzogene Wärme wird deiner frischen Zuluft zugeführt.


Also entweder Sole-Wärmetauscher oder Vorheizregister oder die Variante wählen, wo die KWL den Anteil frischluft (kalt) und die Warme verbrauchte Luft anpasst, damit nichts einfriert...

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 04.10.2019 00:27:41
0
2833825
Mein EWT ist jetzt 1 Jahr in Betrieb. Die (EWT-)ausgangsseitige Temperatur ist im Winter nicht unter 9,7 °C gefallen, im Sommer nicht über 19,4 °C gestiegen.
Ein Vorheizregister für die KWL ist damit unnötig und habe ich auch nicht.

Bei 275 m³/h, einer Außentemperatur von 39 °C und 63% rel.H. ist eine Kühlleistung von 1875 W gegeben. Da will ich nicht drauf verzichten! Im Winter umgekehrt genauso!

Natürlich ist das von der richtigen Auslegung und einwandfreier Verlegung mit Gefälle zum Siphon abhängig. Simulationsprogramme (z. GAEA) gibt es im Internet kostenlos.
Auch empfehle ich einen vernünftigen Vorfilter vor dem Luft-EWT.

Verfasser:
FranksBude
Zeit: 04.10.2019 04:08:44
0
2833835
So habe ich es auch gemacht und bin mit ähnlichen Temperaturen recht zufrieden. Einzig den Druckverlust würde ich heute durch zwei parallele Rohre und eine größere Filterbox reduzieren wollen.

Gruß
Frank

Verfasser:
gutheiz
Zeit: 04.10.2019 07:03:05
0
2833842
Habe seit 14 Jahren 25m HT-Rohr in ca.2m Tiefe liegen und bei AT -15° einen Lufteintritt von 0° am Eingang zum WT gemessen.
Vor dem Eintritt zum HT Rohr sitzt eine einfache Filtermatte,der Luftvorwärmer im Gerät ist blitzsauber.
Es müffelt nichts und es sieht sauber aus.

Verfasser:
Do Mestos
Zeit: 04.10.2019 08:39:29
0
2833874
Moin
Auch wir haben knapp 40m DN200 EWT liegen. Und auch ich kann nichts negatives Berichten, eine mangelfreie Verlegung vorrausgesetzt.

Kühle Zuluft im Sommer, warme Zuluft im Winter, kein Vorheizregister nötig. Ich würde es wieder so machen.

Gruss
Dom

Verfasser:
passra
Zeit: 04.10.2019 09:01:08
0
2833892
Kann ich mich anschließen. 35m KG-Rohr quer durch den Garten, große Filterbox am Anfang des Rohres.
Vor allem im Winter brigt das etliche Grade plus. Im Sommer, wenn es sehr lange extrem warm ist (2018) ging die Temperatur allerdings bis auf 23°C hoch, da hatte es aber 35° draussen.
Allerdings ist ein Sole-WT sicherlich die modernere, effektive Lösung mit deutlich weniger Platzbedarf.

Verfasser:
lopez1983
Zeit: 06.10.2019 08:28:56
0
2835436
Ob es wohl Sinn macht die Sole der Erdwärmebohrung für solch einen SWT zu nutzen ?

Verfasser:
leitwolf
Zeit: 07.10.2019 12:17:32
0
2836139
Ich kann hier von mindestens 10 Anlagen, einiger Hygieneuntersuchungen und meiner eigenen Anlage berichten.

Mein eigener luftdurchströmter EWT wurde 2000 eingebaut und 2002 in Betrieb genommen. Länge ca. 36 m in 1,5 bis 2,3m Tiefe mit KG160 Rohr in der Baugrube. Ansaugung über F6 bzw. F7 Taschenfilter. Da es damals noch keine effizienten Vereisungsschutzstrategien bei Geräten gab, hatte ich mich dazu entschlossen. Der Wintergarten wird damit belüftet (eigener Ventilator). Aus dem Wintergarten entnehme ich die Außenluft für das Haus.
Von 2006 bis 2014 habe ich dann ca. 10 EWT bei Kunden untersucht. Parallel dazu haben Kollegen bei anderen Anlagen Luftkeimmessungen durchgeführt.
Aufgrund der vielen negativen Erfahrungen mit Luft-EWT (Wassereintritte, Senkungen, Wurzelwachstum, Ablagerungen, schlechte Reinigbarkeit, hygienische Mängel) haben wir dann nach einem Austausch mit Schimmelexperten dazu im Normenausschuss geraten, Luft-EWTs zukünftig nicht mehr zu empfehlen.
Diese Empfehlung wurde dann auch tatsächlich aufgenommen, da von verschiedenen Seiten ebenfalls negative Erfahrungen berichtet wurden.

Zum energetischen Nutzen eines EWT schreibe ich dann noch später.

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