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RGK und entsprechende Dämmung
Verfasser:
marcel16
Zeit: 17.06.2019 18:27:07
0
2795739
Hallo zusammen,
ich lese nun anlässilich meines Hausbaues seit einiger Zeit hier im Forum und bin begeistert 😊 Viel geballtes Fachwissen. Ursprünglich um die „beste“ Luft Wasser Wärmepumpe zu finden. Es dauerte nicht lange und ich war vom RGK, also Sole/Wasser, angefixt. Weiß aber noch nicht so ganz, ob ich mit das in Eigenleistung zutraue oder ob ich doch auf die LWP schwenke.

Gebaut werden soll ein 1,5 geschossiges Einfamilienhaus mit Keller. Das 709 m² Grundstück mit 2m Hanglage (2m Gefälle an der kurzen Grundstücksseite) ist unbebaut. Wohnfläche ca. 160m² + 60 m² Einliegerwohnung im Keller. PLZ 35XXX. Es ziehen zunächst 3 Personen ein. Perspektivisch werde maximal 6 Personen im Haus wohnen. Ich stehe also noch komplett am Anfang mit der Planung und wäre, wenn nötig, je nach Art bereit Änderungen für den RGK an der Anordung des Grundstücks vorzunehmen. Ich lese hier auch viel von „Kämpfen“ mit den HB, deshalb möchte ich gerne gut vorbereitet sein.

Das Haus soll mindestens nach KFW 55 Standard erbaut werden. Im Falle des Massivbau würde ich einen ungefüllten T8/9 favorisieren. FBH 32/28 + Wandheizung im Bad mit ähnlichen Kreislauflängen. Innenwanddämmung Bad angedacht. Verlegeabstand je nach Raum 10-15 cm. Ziel 21 bis 22 ° im Schnitt.

Ich favorisiere aktuell eine modulierede Nibe WP mit Kühlmodul. Vermutlich aber auch nur, weil die hier immer gut weg kommt. Ihr habt ganze Arbeit geleistet😊 Dabei habe ich es bisher so verstanden, dass in Abhägigkeit der Heizlast der untere Wert der Modulation nicht zu hoch gewählt werden sollte (Takten). Das Kühlen über die Wärmepumpe ist mir sehr wichtig. In jedem Fall bekommt sie einen eigenen Zähler für JAZ. Ggf. ist ein Holzofen im Wohnzimmer geplant.

Bei der Betonkernaktivierung bin ich noch skeptisch bzw. hab es noch nicht so ganz verstanden.

PV ist eingeplant und wird mindestens vorbereitet. Lüftungssysteme sind keine geplant. Ein zentrales System schließe ich in jedem Fall aus. Ein dezentrales System mit Wäremrückgewinnung wäre eine Überlegung wert.

Wie so oft im Forum erläutert ist kein Pufferspeicher geplant.

Anbei ein erster laienhafter Versuch zum RGK. Bezüglich Boden bin ich recht unsicher. Man sagt, es sei eine dünne Schicht Mutterboden und darunter dann lehmartig. Nördlich grenzt ein kleiner Bach/Rinsal an das Grundstück.

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=hq8gdRtdDEGYaCuPpZgp

1. Ist die Hanglage für den RGK ein Problem und muss ausgeglichen werden ?
2. Auf welche Tiefe sollte ich gehen, wenn ich – irgendwo - noch ein Gartenhäuschen drauf stellen will?
3. Muss die Grundstücksordnung noch etwas verändert werden, damit ausreichend Platz für den RGK ist ? Geht man von sandigem Lehm aus könnte es mit der Heizleistung + die 1KW Zuschlag des Grabens kritisch werden (Bodengutachten wird noch erstellt).
4. Welche Temperaturen sind beim Kühlen realisierbar ? Beispielsweise Außentemperatur 32 Grad innen 24 Grad?
5. Welche Temperatur kann ich im Badezimmer erwarten/realisieren ? Stichwort kein ERR. Ist eine zusätzliche Wandheizung ausreichend, wenn man deutlich höhere Temperaturen erzielen will ( z.B. 25 Grad ?).
6. Ab welchen Abständen zur Wärmepumpe der Nassräume ist eine Zirkulation oder ein Durchlauferhitzer erforderlich (Kein Puffer)?
7. Was könnt ihr mir für die Außen und Innendämmung und für die Bodenplatte (Schwedenplatte) empfehlen ?
8. Macht es Sinn auch die Schlafzimmerinnenwände zu dämmen, da ich im Schlafzimmer gerne 16 bis maximal 18 Grad hätte.
9. Was denkt Ihr dazu neben dem Pufferspeicher auch den WW Speicher weg zu lassen und dies über Durchlauferhitzer in Bad, Küche abzufangen (solartauglich)?
10. Wärmepumpe. Was ich bisher so gelesen habe müste eine 1,5-6 KW WP ausreichen?
11. Smart Grid WP zum WW Speicher oder zum Heizkreis sinnvoll ?
12. In welchen Räumen würde ein dezentrales Lüftungssystem Sinn machen ?
13. Woher bekomme ich den ENEV Nachweis?

So das waren viele Fragen die sich in letzter Zeit aufgestaut haben :D

Ich bedanke mich schon jetzt für euren kritischen Bemerkungen.
Gruß Marcel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.06.2019 11:48:14
0
2795904
Hallo Marcel,

schön, das Du Dich mit der Sache schon detailliert im Vorfeld auseinander
setztst.

Zu:

1. Kein Problem, die Luft muss nur am Anfang gut aus dem Kollektor gespült werden.

2. 1,7 Meter sollten mit einer Holzhütte reichen.

3. Was meinst Du mit "1 kW" Zuschlag? Den braucht Dein Entwurf nicht.
Die genaue Planung sollte man machen, wenn die Heizlast bestimmter ist.
H,t 0, 3 wäre kein ambitioniertes Ziel. Für mich fängt ein gutes H,t bei 0,25
an.

4. Das hängt von der Luftfeuchtigkeit und disziplinierter Verschattung ab.
Kann ich nicht einschätzen.

5. Eine deutlich höhere Temperatur in einzelnen Räumen ist in einem Neubau
schwierig und für mich ist es auch sinnfrei dauerhaft 25 Grad im Bad zu haben.
Wenn man es denn braucht, kann man besser zeitweilig direktelektrisch
zuheizen.

6. Das hängt von den Rohrdimensionen ab. U.U. macht es Sinn zu Verbrauchs-
stellen mit schnellem Reaktionsbedarf eigene, sehr dünne Leitungen zu legen.
Grundsätzlich würde ich ein Haus möglichst so planen, das die Nassräume
neben und übereinander liegen und der Warmwasserspeicher dort in der Nähe
ist. Warmwasserspeicher und Wärmepumpe müssen nicht am selben Ort liegen.

7. Das Du nicht an Dämmdicken sparst. Das sind im wesentlichen nur Material-
mehraufwände.

8. Ja, bei den Anforderungen zwingend, würde ich sagen. Die Dämmung kann
auch durch den "Stein" selber erreicht werden.

9. Das ist komfortmässig und wasserhygienisch optimal, aber bei Warmwasser
für 6 Personen wirtschaftlich nicht zu empfehlen und der Hausanschluss muss
das auch mitmachen...

10. Ja.

11. Wohl beides, aber nicht mit Speicher für den Heizkreis, ausser der Gebäude-
masse, wo die Betonkernaktivierung ins Spiel kommt.

12. In allen, aber ich halte viel mehr von einer zentralen Anlage.

13. Evtl. Architekt, Statiker, Energieberater.


Ufff, das nächste mal bitte weniger Fragen auf einmal...:-)

Grüsse

winni

Verfasser:
crink
Zeit: 18.06.2019 14:39:36
0
2795961
Moin Marcel,

ergänzend zu winni noch ein paar Punkte:

2. So lange das Gartenhäuschen nur max. 2x3 m misst und der Kollektor ausreichend dimensioniert ist, ist es ziemlich egal. Bei der Planung des Kollektors brauchst Du das Gartenhaus in dem Fall nicht weiter zu beachten.

3. Schieb das Haus etwas weiter nach oben/Osten, dann hast Du unterhalb/westlich des Hauses noch Platz für den Kollektor. Kellergrube am besten mit benutzen für den Kollektor, falls das bei schiefem Grundstück und Kellerfenstern möglich ist. Hier ein Vorschlag mit Kellergrubenkollektor.

4. Unbedingt genügend Dachüberstand/Rollläden/wasauchimmer in Richtung Süden und evtl. Westen einplanen, damit steht und fällt die Temperatur im Sommer. Der Kollektor liefert Dir im Juni noch viel Kühlleistung, aber im August wird es dann langsam weniger.

5. Wenn Du wirklich nennenswert höhere Temperaturen im Bad haben möchtest, dann dämme alle Innenwände des Bades und sorge für viel Heizungsrohr im Bad. Ein Trick wären kombinierte Heizkreise, also warmer Vorlauf vom Heizkreis ins Bad und kühler Rücklauf vom gleichen Heizkreis ins angrenzende Schlafzimmer. Allerdings ist bei Nutzungsänderung der Räume dann die Flexibilität eingeschränkt. Wandheizung im Bad ist in jedem Fall empfehlenswert.

7. Speziell unter der Bodenplatte genügend dämmen, da mit Fußbodenheizung hier ein höheres Temperaturniveau anliegt und die Wärme ja das Haus und nicht das Erdreich unter dem Haus heizen soll.

8. Das wird im Sommer schwierig ohne Klimaanlage zu erreichen sein. Wenn die Durchschnittstemperatur draußen 18 Grad beträgt (dieser Juni wird zumindest in Hamburg wärmer...), dann musst Du im Haus aktiv kühlen. Passive Kühlung hilft nur ab mindestens 23 Grad Innentemperatur.

9. Evtl. einen Durchlauferhitzer für die Einliegerwohnung planen, das macht die Abrechnung einfach und es gibt keine Komfortprobleme. Für die Hauptwohnung am kostengünstigsten mit WW-Speicher ab 3 Bewohnern.

10. Wahrscheinlich reichen 6 kW Heizleistung der WP, aber dazu warte ersteinmal die EnEV-Berechnung ab, dann lässt sich die Heizlast abschätzen.

11. Smart Grid halte ich bei einem Neubau mit Sole-WP und auf besonders niedrige Temperaturen ausgelegte FBH für Spielzeug - die WP verbraucht sowieso sehr wenig, das Einsparpotential ist gering. Noch steht die Strompreiszusammensetzung einer sinnvollen Smart-Grid-Anwendung im Wege. Informiere Dich zB bei aWATTar, ob in Deiner Region ein entsprechender Stromtarif Sinn macht.

12. Überall wo sich über einen längeren Zeitraum Personen aufhalten oder wo viel Wasser verdunstet.

13. Die EnEV-Berechnung muss vom verantwortlichen Architekt, Bauing, Statiker durchgeführt werden. Dabei bitte in Iterationen vorgehen: Erste Version dient Dir als Grundlage, was alles noch verbessert werden kann. Dann bitte mit Verbesserungen nochmals (und nochmals...) berechnen lassen. Viel Dämmung hilft viel. Bitte einen H'T-Wert von weniger als 0,25 W/m²K anstreben, alles andere ist eines Neubaus mit KfW55 nicht würdig.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
marcel16
Zeit: 20.06.2019 13:26:09
0
2796423
Hallo zusammen,

erstmal Danke Winni und crink für die umfassende Rückmeldung. Schaut im Folgenden genauso umfassend aus, ist aber nicht ganz so :)

1. Heißt eine Steigung der Rohre von 2m ist kein Problem.

2. Unter die Holzhütte ca. 10m² sollte schon eine einfache Bodenplatte. Problem?

3. Ziel sollte H,t 0,25 ist verstanden 😊. Ich hatte bezüglich des Zuschlags von 1KW als Sicherheit vom Graben zur Heizlast gelesen. Wie schaut ein Kellergrubenkollektor aus bzw. was ist der Unterschied zum „normalen“ ? Die östliche Böschung ist sehr steil, quasi so steil wie möglich, gedacht, da diese für die Einliegerwohnung den Keller „frei legt“. Der Höhenausgleich von ca.2,5m muss sicher mit einer Art Mauer gemacht werden. Sorry hatte ich nicht eingezeichnet. Deshalb vermute ich, dass der RGK dort nicht verlaufen kann/sollte. Wird vermutlich erst mit dem Bau des Kellers angelegt. Welcher Art Fußweg kann ich mit dem RGK realisieren ? Habe ihn mal eingezeichnet, denn die Haustür wird an der nördlichen Seite sein

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=K84rEx5Xxd24qNvlXztl

4. Passive Kühlung ist keine Klimaanlage, verstanden. Verschattung wichtig. Die Kühlleistung wird je tiefer der Graben um so besser bzw. auf das Jahr gesehen konstanter nehme ich an.

5. Also Fußbodenheizung mit Wandheizung und für die phasenweisen hohen Temperaturen einen elektrischen Heizkörper. Aus genannten Gründen von crink würde ich die Vor/Rücklaufgeschichte nicht weiter verfolgen.

6. Das übereinanderlegen der Räume könnte schwer werden. Verschiebe ich mal etwas bis die Angebote endlich vorliegen.

7. Bodenplatte meint dann die des Kellers/Einliegerwohnung. Würde eine gesonderte Dämmung des Bodens „oben“ obsolet machen oder ?

8. Im Sommer liegen die Temperaturen natürlich etwas höher. Außerhalb der drei wärmsten Monate sollte dies aber zu erreichen sein oder ?

9. Aslo WW Speicher auf jeden Fall für das „Haus“ + Durchlauferhitzer für die Einliegerwohnung.

10. Also eine modulierende 1,5-6 kW Nibe ohne integrieten WW Speicher und vielleicht Smard Grid fähig.

11. Kann ich mir die BKA wie eine Fußbodenheizung in der Decke vorstellen ?

12. Bei einer Zentralen Anlage bin ich echt skeptisch aus drei, vielleich klischeemäßigen, Gründen. Invest, Sauberkeit der Anlage, der entstehnde Zug. Hinzu kommt, dass ich das Fenster einfach auch mal gerne offen habe.

13. Was muss ich bei einer Zisterne im Kontext des RGK beachten ?

Danke für die Antworten 😊
Danke und Gruß Marcel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 20.06.2019 15:22:19
0
2796442
1. Ja.

2. Bei 2 Meter nicht, aber es könnte nicht schaden die Dachentwässerung
der Hütte unter der Bodenplatte zu versickern, denke ich.

3. Ich würde mal so sagen, maximal 0,25 wäre gut. :-)
Hier siehst Du Bilder von einem Kellergrubenkollektor:
http://htdialog.de/Forum/t/197526/Grabenkollektor?PostSort=1
Wenn unter einem Fussweg Kollektor liegt, ist es gut wenn der Belag
wenigstens z.T. wasserdurchlässig wäre.

Deinen Kollektor würde ich so vereinfachen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=bJTO8dkg5pP6gTqPxS4w
Gleiche Soletemperatur mit weniger Aushub und belegter Gartenfläche.

4. Ja, aber die Arbeitsicherheit beim Grabenbau nicht aus dem Auge
verlieren.

5. Ja.

6. Muss nicht übereinander sein, aber möglichst nahe beieinander.

7. Ja, bei guter Dämmung unter der Bodenplatte. Es gibt auch die Möglichkeit
auch noch den Estrich einzusparen und die ganze Bodenplatte wird zum
Wärmespeicher:https://www.schwedenplatte.de/information/

9. Ja, würde ich auch so machen.

10. Ja.

11. Ja, der Vorteil ist, das nicht nur die Estrichmasse, sondern die ganze
Betonplatte aktiv als Wärmespeicher erschlossen wird.

12. Ja, kostet Geld, aber die meisten die sie haben, wollen sie nicht mehr
missen. Sauberkeit ist mit Filtern an den Abluftventilen kein Thema, Zug
mit richtiger Auslegung und vernünftigem Luftwechsel auch nicht.

13. Eigentlich nichts besonderes. Dyarne legt da bei seinen Projekten sogar
gerne mal ein paar Kringel Solerohr um das untere Drittel von Zisternen
und nutzt sie so auch als Wärmequelle.

Verfasser:
marcel16
Zeit: 21.06.2019 15:13:35
0
2796610
Gemoje,

vielen Dank für die Infos.

Danke für den Vorschlag des RGK. Der schaut echt gut aus. Ich werde, wenn es konkreter wird, bestimmt noch kleine Änderungen vornehmen müssen.

Zum Thema Dämmung werde ich denke ich später nochmal genauer nachfragen :)

Also erhöht die BKA nur die Kreislsläufe der FBH oder wie stellt man sich das vor ?

Was kostet eine vernünftige Lüftungsanlage ?

Wickel ich die Rohre direkt um die Beton-Zisterne ?

Danke und Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.06.2019 18:06:55
0
2796636
Ja, mit der BKA gibt es im Prinzip noch ein paar Heizkreise mehr.
Normal werden die dann mit dickerem Rohr und größerem Verlege-
abstand in die Betondecke eingebracht.
Da sollte man mit dem Statiker vorher darüber reden.

Kosten Lüftungsanlage würde ich bei Deiner Hausgröße bei aufwärts
10000,-- Euro, fertig montiert, sehen.
Einliegerwohnung würde ich rauslassen oder eigenes Zentralgerät
geben. Für die Einliegerwohnung könnte man Warmwasser auch über
die kompakte Warmwasserwärmepumpe nuos 100 machen:
https://www.idealo.de/preisvergleich/MainSearchProductCategory.html?q=nuos+100&utm_campaign=Preisvergleich_13&utm_content=nuos+100+broad&utm_medium=cpc&utm_source=bing&utm_term=nuos+100
Führt man das Abluftrohr nach draussen, hat man damit eine Art Zwangs-
lüftung mit Wärmerückgewinnung ins Warmwasser.

Zur Betonzisterne:
http://www.htdialog.de/Forum/t/217308/RGK-im-Altbau-Anfangsphase-Sanierung?PostSort=1

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 21.06.2019 19:14:50
1
2796644
Gemoje,

ich vermute das muss man dann bei der Planung der FBH berücksichtigen. Rohrdurchmesser und Kreislauflänge etc.

Der Invest ist es mir offen gestanden nicht wert, obwohl das auf lange Sicht mit Sicherheit wirtschaftlicher ist.

Was spricht für ein eigenes Zentralgerät bei der Einliegerwohnung?


Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.06.2019 13:42:14
0
2796789
Für das eigene Zentralgerät spricht der zuortbare Stromverbrauch und
das die Bewohner die Lüftung nach ihrem Gusto einstellen könnten.

Die Nuos-Lösung ist billiger und ich habe eine Zwangslüftung, wenn
Feuchtigkeit über Duschen, etc. in die Wohnung eingebracht wurde.

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 22.06.2019 15:34:03
0
2796798
Gehen wir vorerst mal davon aus, dass kein Lüftung verbaut wird.
Wie würde man die Energieversorgung der Einliegerwohnung differenziert festhalten ?
Strom bzw. Durchlauferhitzer natürlich über einen eigenen Zähler. Wie würde man es am besten mit der Heizung machen ?

Ansonsten Danke für die Infos. Ich werde sicher später noch einmal detalliert auf das ein oder andere zurück kommen. Nun warte ich auf die Angebote der Baugträger (schon 4 Wochen) :(

Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.06.2019 16:18:38
0
2796804
Bei den Heizkosten im selbst bewohnten 2-Familienhaus hast Du
gesetzlich alle Freiheiten.

Normal würde ich sagen, Stromkosten der Wärmepumpe erfassen
und dann nach m2 verteilen. Das geht hier so aber nicht, weil da
Warmwasserkosten von Dir enthalten wären.
Ich würde eine plausible Heizkostenpauschale vereinbaren und die
Möglichkeiten einer Anpassung, wenn sich Dein Strompreis verändert,
denke ich.

Erfassung mit Wärmemengenzählern wäre aufwändig, weil da bräuchte
man 3- oder 4 Zähler und die Eichfrist dieser läuft auch regelmässig ab.
Für eine grundsätzliche Einbaumöglichkeit würde ich aber der Einlieger-
wohnung einen eigen Heizungsstrang und Heizkreisverteiler geben.

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 18.09.2019 20:24:35
0
2826603
Hallo zusammen,

das Bauvorhaben hat sich nun etwas konkretisiert. An den oben genannten Kriterien hat sich wenig verändert. Mit dem Architekten bin ich nun konkreter geworden. Dadurch hat sich die Position des Hauses auf den Grundstück verändert. Nächste Schritte sind nun das Bodengutachten und der Kontakt zur Behörde.
Anbei meine Planung bei neuer Grundstücksaufteilung. Was denkt ihr?

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=NVX7Mhm3uMYc7GknKWIN

Gruß Marcel

Verfasser:
marcel16
Zeit: 20.09.2019 14:55:28
0
2828274
Hallo,

ich habe noch einmal kalte und warme Seite getauscht und die Zisterne hinzugefügt.

Zisterne an der richtigen Stelle ?
Abstand Kollektor Haus Grenze richtung Norden ok ?
Unter welchen Umständen kann man den Kollektor unter der Garage und der Einfahrt verlegen ?

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=gEFUhhTmsYN1ueXudZNP

Über eine kurze Rückmeldung der Profis würde ich mich sehr freuen :)

Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.09.2019 11:44:11
0
2828514
Hi,

keine Ahnung, ob das die richtige Stelle für die Zisterne wäre? :-)
Würde ich aber verschieben und der Durchmesser ist heftig gross?

2 Meter Tiefe sind für die Arbeitssicherheit gefährlich und sollten nur gemacht
werden, wenn vorher die Humusschicht entsprechend tief, 30 cm, grossflächig
abgezogen wird.

Weniger als 1,5 Meter Kollektorabstand Hauswand ist wahrscheinlich okay,
aber eine Empfehlung dazu kann ich nicht verantworten. Evtl. beisst sich das
auch mit dem Aushub der Kellergrube, je nach Abböschungswinkel?
Ich würde da die Slinkys weglassen.

1,7 Meter Tiefe reichen auch, mit einer modulierenden Wärmepumpe würde
ich einmal 40er Rohr, 300 Meter lang, verlegen und die Laufrichtung würde
ich umdrehen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=RJrJZ6YfNBePn8h5kofU

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 21.09.2019 22:10:56
0
2828752
Hallo Winni,

danke für deine Antwort.
Ich entnehme dem, dass die Zisterne tendenziell eher am warmen Ende in den Kollektor eingebunden wird.
Zudem muss ich eine oft gestellte Frage noch einmal stellen bzw. für mich klären. Wie sieht das mit Bäumen und Sträuchern aus? Worauf ist da bezüglich des Kollektors zu achten ? Wurzeln usw.

Ich werde nun die das Bodengutachten beauftragen, die Behörde kontaktieren und die Heizlastberechnung abwarten. Gibts da noch Dinge auf die ich achten sollte ?
Der BAFA Antrag muss vor dem Kauf der Pumpe eingereicht werden ?

Gruß und danke für die Antworten.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.09.2019 23:30:06
0
2828787
Was meinst Du mit, "die Zisterne einbinden"?

Bzgl. Bepflanzung musst Du eingentlich gar nichts beachten, so wie man es
auch bei Wasserleitungen nicht macht.
Zur Sicherheit vielleicht keine ausgesprochenen Pfahlwurzeler über dem
Kollektor planzen.

Ja, BAFA-Antrag vor Beauftragung der Wärmepumpe.

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 22.09.2019 09:09:26
0
2828838
Hallo Winni,

ich hab Bilder gesehen wo der Grabenkollektor um die Zisterne gewickelt wird. Da hab ich mir die Frage gestellt an welcher Seite das passieren sollte. So wie ich es verstanden habe, sollten die Feuchten Bereiche eher auf der Kalten Seite sein. Z.B. Dachentwässerung?!

http://www.htdialog.de/Forum/t/217308/RGK-im-Altbau-Anfangsphase-Sanierung?PostSort=1

Gibt es Sinn eine zweite "Sicherheitsleitung" zu legen ? Ggf. diese auch zu betreiben und dadurch mehr Effizienz zu erlangen ?

Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.09.2019 11:18:14
0
2828880
Die Nutzung der Zisterne für den Kollektor könnte ich mir so vorstellen:

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=14oAByjrKOA6QteblG2T

Die blaue Leitung ist dann der Weg von der Zisterne zur Versickerung
über dem kalten Grabenteil.

Ein zweites Rohr würde etwas bessere Soletemperaturen bringen und
weniger Druckverlust für die Soleumwälzpumpe. Wenn Dich die Mehr-
kosten nicht stören.
Diese Sicherheit braucht es eigentlich nicht. Das Rohr wird normal für
Wasserleitungen genutzt und die werden auch nicht doppelt verlegt.

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 29.09.2019 18:11:00
0
2832000
Hallo,

danke für vielen Tipps :)

Ich habe noch ein paar Fragen.
BKA wird vom EG ausgehend immer in die Decke gemacht ? Wie sieht in so einem Fall die Dämmung in der Bodenplatte EG zu 1.Stock aus ? Macht eine Fußbodenheizung im 1. Stock dann zusätzlich überhaupt Sinn ?

Wie sieht eine Wärmerückgewinnung in der Dusche aus ?
Bei Wärmepumpen wird hier die Nibe immer wieder empfohlen. Welche Marke könnt ihr für die Lüftungsanlage empfehlen? Muss man darauf achten, dass Lüftungsanlage und Wärmepumpe mit einander "sprechen" ?

Wo machen aus eurer Sicht ein Durchlauferhitzer Sinn ? Ich hätte jetzt z.B. gedacht, dass es bei Waschbecken Sinn macht.

Gruß Marcel

Verfasser:
marcel16
Zeit: 01.10.2019 22:22:24
0
2832954
Würde mich wirklich über eine kurze Rückmeldung freuen.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 02.10.2019 17:56:29
0
2833258
BKA kann man auch in die Bodenplatte EG machen = Schwedenplatte.
Dabei kann man den Estrich einsparen.

Im Prinzip ist das in der EG-Decke auch so möglich, aber dann kannst
Du keine Trittschalldämmung einbauen.

Jede Heizfläche hilft die Vorlauftemperatur zu senken und mehr Speicher-
volumen zu erschliessen.
Von Daher macht es Sinn in die EG-Decke BKA einzubauen, dann Trittschall-
dämmung und FBH im Estrich.

Wärmerückgewinnung in der Dusche geht mit dem Duschrohr, wenn darunter
ein Raum ist oder es gibt auch Duschwannen/Duschrinnen mit eingebautem
Wärmetauscher. Dabei sollte die Wärmerückgewinnung in den Kaltwasser-
zulauf zum Warmwasserspeicher stattfinden. Das ist wichtig!

Gute Lüftungsanlagen gibt es von einigen Herstellern.
Im Forum gibt es, glaube ich, gute Erfahrungen mit Zehnder.

Lüftungsanlage und Wärmepumpe haben keinen "Gesprächsbedarf" :-)
und arbeiten völlig unabhängig voneinander.

Ein Druchlauferhitzer am Waschbecken macht nur Sinn wenn die Zapf-
stelle weit vom Warmwasserspeicher entfernt liegt und damit auf
eine Warmwasserzirkulation verzichtet werden kann.
Mit guter Planung des Warmwasserspeicherstandorts, das muss nicht
bei der Wärmepumpe sein und Anordnung der Nassräume im Haus, kann
oft auf beides verzichtet werden. Eine Warmwasserzirkulation auf jeden
Fall vermeiden. Die ist ein Energiefresser und wasserhygienisch bedenklich.

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 03.10.2019 09:15:20
0
2833436
Hallo Winni,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Ich verstehe dich richtig?
BKA wird eigentlich ohne Estrich und Trittschalldämmung umgesetzt. Es ist aber auch nicht so schlimm, wenn man die BKA in die Bodenplatte macht und dann darauf FBH.
Da wir im Keller eine Einliegerwohnung planen, gilt für die EG Decke das gleiche, wie für die Keller Decke. Macht die Schwedenplatte nur "unten" also im Kontakt mit dem Boden Sinn ?

Grundsätzlich wollte ich mich noch über die Beschaffenheit der Dämmung informieren. Also was sollte man z.B. als Dämmung im Dach nutzen Werkstoff und Dicke. Ebenso Dämmung in der Bodenplatte "unten". Was nutze ich z. B. im Bad als Innendämmung.
Sollte man dazu einen gesonderten Thread eröffnen ?

Gibt es eine "Goldene" Regel wie ich ermitteln kann, ob der Durchlauferhitzer benötigt wird ? Macht es Sinn erst gar kein Warmes Wasser zu legen und das bei Waschbecken ggf. Sogar Duschen mit Durchlauferhitzern zu machen ?

Danke und Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 03.10.2019 13:10:07
0
2833544
Nein, die BKA wird in der Regel mit normalem FBH-Aufbau darüber realisiert.
Die "Schwedenplatte" ist eine Sonderform, bei dem man sich den Estrich
sparen kann. Nachteil ist dann als Decke, das keine Trittschalldämmung
eingebaut wird, weil die die Wärmeabgabe nach oben behindern würde.

Deine Dämmfrage ist zu allgemein, es gibt da zu viele Möglichkeiten, die wohl
keiner Lust hat alle vorzustellen? :-)

Goldene Regel wüßte ich jetzt nicht, es kommt halt darauf an, welche Warte-
zeit, bis das Warmwasser kommt, akzeptabel ist.

Ein Durchlauferhitzer macht aus einem Teil Strom einen Teil Wärme.
Entsprechend hoch sind die Verbrauchskosten und eigener PV-Strom kann
auch nur sehr eingeschränkt genutzt werden, weil die PV i.d.R. nicht eine
so hohe Momentanleistung bedienen kann.
Für mehrere Personen daher nicht empfehlenswert, bei 1 - 2 Bewohnern
vielleicht, weil dann evtl. auch wasserhygienische Überlegungen ins Spiel
kommen.

Grüsse

winni

Verfasser:
marcel16
Zeit: 03.10.2019 19:20:08
0
2833709
Dann steht für mich persönlich fest, BKA ja aber ohne Schwedenplatte.

Wenn kein Durchlauferhitzer, aber auch kein Pufferspeicher/Zirkulation läuft doch immer der komplette Leitungsinhalt vom WW Speicher bis zur "Zapfstelle" kalt "leer" bis warm kommt oder ?
Wenn ich das nicht mag, muss es doch eine der beiden Lösungen sein oder ?

Zur Dämmung, wir planen einen T8 42,5 ohne weitere Dämmung.
1. Wie schaut die Dachdämmung aus ? Einfach Mineralwolle o.ä. fertig ? Was ist euer Meinung nach das optimal gedämmte Dach? Wenngleich mir klar ist, dass das Beste Dach nichts nutzt wenn der Rest Mist ist.
2. Gibt es gut gedämmte und schlecht gedämmte Bodenplatten ? Wie sieht eine gut gedämmte aus =
3. Wenn ich innerhalb des Hauses dämmen möchte (T8 17,5) welches Material verwende ich da ? Als Beispiel das Badezimmer, welches ich gerne wärmer hätte als den Rest.

Danke und Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 04.10.2019 10:51:47
0
2833947
Wassersparen ist nicht so wichtig, wie Energiesparen und das sind bei
richtig geplanten Anlagen nur wenige Liter bis Warmwasser kommt.
Ausserdem sind die Warmwasserleitungen gedämmt, so das sie nicht
so schnell auskühlen.

Die 42,5 cm Wand müsste ca. U-Wert 0,18 haben. Nicht wirklich gut aber
kann man mit leben, denke ich.

Jede gedämmte Fläche verliert für sich alleine Wärme. Insofern hilft ein
Top-Dach schon, auch wenn der Rest Mist wäre...
Für mich ist das optimale Schrägdach mit wärmebrückenarmen Stegträgern
ausgeführt, unten mit OSB-Platten beplankt, oben Holzfaserdämmplatte,
dazwischen mit Zelluloeflocken oder Holzfaserdämmung ausgeblasen.
U-Wert maximal 0,15, besser 0,1.

Eine gut gedämmte Bodenplatte "schwimmt" auf Dämmstoff, Schaumplatten
oder Glasschaumschotter und hat U-Wert maximal 0,2, besser 0,15.

Wenn die Badezimmerwand nicht tragend ist, könnte man sie einfach als
Ständerwerk mit Dämmstoff gefüllt ausführen. Das gibt gute Dämmwerte,
ohne das die Wand dicker wird.
Allerdings könnte das u.U. Schallprobleme zu Schlafräumen geben.
Ansonsten besser dämmenden Stein, Ytong und vielleicht auch dickeren
verwenden oder gedämmte Leichtbauwand aussen an die Steinwand
setzen.

Ich persönlich finde wärmere Badezimmer abe sinnfrei. In einem Neubau
friert man bei 21-22 Grad nackig auch nicht und durch Duschen oder Baden
steigt die Raumtemperatur sowieso.

Grüsse

winni

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RGK und entsprechende Dämmung
Verfasser:
winni 2
Zeit: 04.10.2019 10:51:47
0
2833947
Wassersparen ist nicht so wichtig, wie Energiesparen und das sind bei
richtig geplanten Anlagen nur wenige Liter bis Warmwasser kommt.
Ausserdem sind die Warmwasserleitungen gedämmt, so das sie nicht
so schnell auskühlen.

Die 42,5 cm Wand müsste ca. U-Wert 0,18 haben. Nicht wirklich gut aber
kann man mit leben, denke ich.

Jede gedämmte Fläche verliert für sich alleine Wärme. Insofern hilft ein
Top-Dach schon, auch wenn der Rest Mist wäre...
Für mich ist das optimale Schrägdach mit wärmebrückenarmen Stegträgern
ausgeführt, unten mit OSB-Platten beplankt, oben Holzfaserdämmplatte,
dazwischen mit Zelluloeflocken oder Holzfaserdämmung ausgeblasen.
U-Wert maximal 0,15, besser 0,1.

Eine gut gedämmte Bodenplatte "schwimmt" auf Dämmstoff, Schaumplatten
oder Glasschaumschotter und hat U-Wert maximal 0,2, besser 0,15.

Wenn die Badezimmerwand nicht tragend ist, könnte man sie einfach als
Ständerwerk mit Dämmstoff gefüllt ausführen. Das gibt gute Dämmwerte,
ohne das die Wand dicker wird.
Allerdings könnte das u.U. Schallprobleme zu Schlafräumen geben.
Ansonsten besser dämmenden Stein, Ytong und vielleicht auch dickeren
verwenden oder gedämmte Leichtbauwand aussen an die Steinwand
setzen.

Ich persönlich finde wärmere Badezimmer abe sinnfrei. In einem Neubau
friert man bei 21-22 Grad nackig auch nicht und durch Duschen oder Baden
steigt die Raumtemperatur sowieso.

Grüsse

winni
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